Kölner Dom 360 Grad Panorama Mittelschiff

22.12.2016

Spirituelle Reisen

Wallfahrten, Pilgerwanderungen und Entspannung in der Natur

Autor: Tonia Haag

Unser Leben ist atemloser geworden: Keine Minute bleibt ungenutzt. Beim Warten auf den Zug werden noch einmal schnell die E-Mails gecheckt, dazu ein hastiger Schluck aus dem Coffee to Go, bevor es abgehetzt zum nächsten Termin geht. Doch desto schneller unser Leben wird, desto größer wird bei vielen auch der Wunsch zu entschleunigen, zum Beispiel bei einer kleinen Reise in die Stille der Natur oder die Einsamkeit eines Klosters.

Besondere Routen

Jakobsweg

Der wohl berühmteste Pilgerweg der Welt führt seit über 1.000 Jahren Pilger zum Grab des Apostels Jakobus im nordspanischen Santiago de Compostela. Dabei besteht die Route nicht aus einem, sondern auch vielen Wegen, die von unterschiedlichen Startorten aus nach Santiago de Compostela führen. Auch in NRW gibt es einige der nach historischem Vorbild rekonstruierten Routen, die durch die berühmte gelbe Jakobsmuschel auf blauem Grund gekennzeichnet sind und über eine gut ausgebaute Infrastruktur etwa mit Übernachtungsmöglichkeiten für Pilger am Wegesrand verfügen. Eine Übersicht bietet die Internetseite www.deutsche-jakobswege.de. Insgesamt sind die Routen allein in NRW über 1.000 Kilometer lang.

Kloster-Garten-Route

Die Kloster-Garten-Route verbindet auf rund 190 Kilometern sieben verschiedene Klostergärten im Teutoburger Wald miteinander, versteckte Oasen der klösterlichen Spiritualität, die im Mittelalter von Benediktinern, Zisterziensern oder Franziskanern angelegt wurden. Wer will kann an der Radroute auch noch einen Abstecher zu einigen touristischen Sehenswürdigkeiten in der Gegend machen, unter anderem zum Weser-Skywalk bei Beverungen oder zum Orgelmuseum in Borgentreich.
www.kulturland.org

Route der Sakralbauten

Die Route der Sakralbauten führt durchs Ruhrgebiet und verbindet unterschiedliche Gotteshäuser miteinander. Neben vielen christlichen Kirchen sind an der Route auch Moscheen und Synagogen zu finden ebenso wie der Hindu-Tempel Sri Kamadchi Ampal in Hamm, der größte tamilisch-hinduistische Tempel auf dem europäischen Festland. Hindus aus ganz Europa kommen hierher, um ihre Hochzeit zu feiern oder dem Tempelfest beizuwohnen, das jedes Jahr im Frühsommer stattfindet und auch viele Nicht-Hindus anlockt. Wer will, kann den farbenprächtigen Tempel aber auch außerhalb der Feierlichkeiten besuchen.
www.route-industriekultur.ruhr

Pilgerorte und Wallfahrten

Kevelaer

Nach Kevelaer pilgern jedes Jahr fast eine Million Gläubige, um in der Marienkapelle ein Gnadenbild zu sehen. Damit ist Kevelaer nach dem bayerischen Altötting der bedeutendste katholische Wallfahrtsort Deutschlands. Jedes Jahr im Frühjahr begeben sich Gläubige gemeinsam auf die Kevelaer Wallfahrt, deren Wurzeln bis ins Jahr 1642 zurückreichen. Seit einigen Jahren  gibt es zudem für Biker eine spezielle Motorradwallfahrt in den Ort. Um das Angebot für Pilger weiter auszubauen, plant die Stadt den Bau eines Sole- und Pilgerparks. Unter dem Motto „Gesund an Leib und Seele“ soll bis 2020 ein Komplex mit Gradierwerk, Bibelgarten oder Kneipp-Bereich entstehen.
www.wallfahrt-kevelaer.de

Telgte

Die größte Wallfahrt im deutschsprachigen Raum führt jedes Jahr im Juli von Osnabrück nach Telgte. Rund 7.500 Gläubige machen sich dann mitten in der Nacht auf den Weg in die Stadt bei Münster. Neben der Fußwallfahrt gibt es seit 2012 auch eine Fahrradwallfahrt. Bereits seit 1988 findet alljährlich an Christi Himmelfahrt zudem die Telgter Kutschenwallfahrt statt, zu der Kutschen  aus dem Münsterland, Emsland und Sauerland anreisen. Ganz unabhängig von den Wallfahrten können sich Wanderer auf spirituelle Wege rund um Telgte begeben und dazu aus verschiedenen Routen wählen; unter anderem gibt es die Schutzengelroute oder den Pietàweg.
www.telgte.de

Heilige Stiege, Bonn

Das vielleicht pompöseste Wallfahrtsziel Deutschlands ist die Kreuzbergkirche in Bonn mit ihrer beeindruckenden Heiligen Stiege. Die prunkvolle Barocktreppe, die vorbei an üppig bemalten Wänden zum Chor der Wallfahrtskirche hinaufführt, wurde von Balthasar Neumann im Auftrag des Kölner Erzbischofs und Kurfürsten Clemens August erbaut, jenem Baumeister, der auch das Unesco-Welterbe Schloss Augustusburg in Brühl errichtete.
www.kreuzberg-bonn.de

Kölner Dom

Der Kölner Dom, der zu den fünf Unesco-Welterbestätten in NRW gehört, ist nicht nur die beliebteste Sehenswürdigkeit Deutschlands, sondern auch eine der bedeutendsten Wallfahrtskirchen Europas. Hier sollen, im größten erhaltenen romanischen Reliquienschrein, die Gebeine der Drei Heiligen Könige liegen. Köln ist das größte Pilgerzentrum in Nordrhein-Westfalen. Mehrere Wege der Jakobspilger treffen sich hier.
www.koelner-dom.de

Aachener Dom

Der Aachener Dom wurde 1978 als erstes deutsches Bauwerk überhaupt auf die Liste der Unesco-Welterbestätten aufgenommen. Den Grundstein legte Karl der Große. Alle sieben Jahre hält der Dom ein besonderes Highlight für Pilger bereit: Dann wird der Marienschrein geöffnet, der unter anderem die Windeln Jesu und das Enthauptungstuch Johannes des Täufers enthalten soll. Wer nicht zu einem dieser seltenen Ereignisse in der Stadt ist, kann den Schrein – dann allerdings geschlossen – auch im Rahmen von Führungen sehen.
www.aachenerdom.de

Mariendom Neviges

Der Mariendom in Velbert-Neviges ist für sein außergewöhnliches Aussehen international bekannt. Die Wallfahrtskirche ist mit 6.000 Plätzen die größte Kirche nach dem Kölner Dom im Erzbistum Köln. Ganz anders als der Dom ist er jedoch kein klassischer Bau, sondern ein moderner Betonbau, der 1968 vom Kölner Architekten Gottfried Böhm entworfen wurde. An Gebets- und Gedenkstätten der Nevigeser Wallfahrt vorbei verläuft der sechs Kilometer lange Wanderweg „Auf den Pfaden der Pilger in Velbert-Neviges“, der vom Schloss Hardenberg hinauf auf den Marien- und Kreuzberg führt.
www.mariendom.de

Bruder-Klaus-Feldkapelle, Mechernich-Wachendorf

Spektakulär ist auch die Bruder-Klaus-Feldkapelle in Wachendorf in der Eifel. Mitten auf einem Feld errichtete der Schweizer Star-Architekt Peter Zumthor, der auch das Kunstmuseum Kolumba in Köln erbaute, die zwölf Meter hohe Betonkapelle, die in ihrem Inneren durch Fichtenstämme verkleidet ist. Durch ein kleines Loch im Dach kann Wasser eindringen, das auf dem Blei-Zinnfußboden, der als Reminiszenz an die Bleistadt Mechernich eingelassen wurde, einen kleinen See bilden kann. Einzelbesucher können die Kapelle ohne Anmeldung besuchen, Pilgergruppen ab zehn Personen jedoch nur nach Vorankündigung.
www.feldkapelle.de

Altenberger Dom

Der aus dem 13. Jahrhundert stammende Altenberger Dom, auch bekannt als Bergischer Dom, hält bis heute einen Rekord: Das um 1400 entstandene Westfenster mit einer Abbildung des himmlischen Jerusalem ist das größte Kirchenfenster nördlich der Alpen. Heute ist der von katholischen und evangelischen Gläubigen gleichermaßen genutzte Dom ein Zentrum für geistliche Musik, das jedes Jahr mit über hundert Konzerten lockt. Am Wochenende werden zum Teil kostenlose Führungen angeboten.
www.altenberger-dom.de

Besondere Klöster

Unesco-Welterbe Corvey

Die ehemalige Benediktinerabtei Corvey gehört zum Unesco-Welterbe. Besucher können sich im heutigen Schloss unter anderem den prächtigen Kaisersaal und historische Prunk- und Wohnräume aus dem 18. und 19. Jahrhundert ansehen. Auch die Fürstliche Bibliothek, die zu den bedeutendsten Privatbibliotheken Deutschlands gehört, steht Gästen offen. Besonders lohnt sich ein Besuch im Frühjahr, denn dann steht mit den Corveyer Musikwochen ein Klassikfestival auf dem Programm. Am Schloss Corvey führt neben einer Route der Jakobspilger auch die Kloster-Garten-Route vorbei.
www.schloss-corvey.de

LWL-Landesmuseum für Klosterkultur Kloster Dalheim

Im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur Kloster Dalheim  sind regelmäßig Sonderausstellungen zu sehen – teilweise auch mit sehr weltlichen Themen wie dem Fußball. Zu den Highlights gehört zudem jedes Jahr der Dalheimer Sommer, der musikalische Lesungen, Picknickkonzerte im Klostergarten oder auch Konzertreihen in der spätgotischen Klosterkirche bietet. Daneben ist Dalheim auch für seinen Klostermarkt berühmt, den größten europäischen Markt seiner Art. Immer am letzten Wochenende im August kommen dafür Ordensschwestern und -brüder aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland, um zu verkaufen, was bei ihnen in Küchen, Kellern und Werkstätten entstanden ist.
www.lwl.org/kloster-dalheim

Kloster Kamp

Die frühere Abtei, die im 12. Jahrhundert gegründet wurde, war das erste Zisterzienserkloster im deutschsprachigen Raum und ist heute von prächtigen Gärten umgeben. Besonders beeindruckend ist der barocke Terrassengarten mit seiner akkuraten Bepflanzung und seinen Wasserspielen. 2020, wenn in Kamp-Lintfort die Landesgartenschau eröffnet, wird Kloster Kamp mit seinen Gärten ein wichtiger Bestandteil sein.
www.kloster-kamp.de

Abtei Brauweiler

Die ehemalige Benediktinerabtei Brauweiler im Rhein-Erft-Kreis bietet viel Kultur. Neben Führungen gibt es hier regelmäßig auch Musik- und Theaterveranstaltungen.
www.abteibrauweiler.lvr.de

Übernachtungsmöglichkeiten

Wer nach besonderer Ruhe sucht, kann auf Zeit im Kloster unterkommen. Mehrere Klöster in NRW bieten diese Möglichkeit, zum Beispiel die Abtei Kornelimünster, die im gleichnamigen Stadtteil von Aachen liegt, der sich bis heute seinen dörflichen Charme bewahrt hat. Auch die Abtei Varensell bei Rietberg im Kreis Gütersloh oder die Benediktinerabtei Gerleve bei Coesfeld sind auf Übernachtungsgäste eingestellt.

Spiritueller Sommer

Als Ruhe- und Entschleunigungsmöglichkeiten interpretiert der spirituelle Sommer, der seit 2013 jedes Jahr in Südwestfalen stattfindet, das Thema Spiritualität. Von Vollmondwanderungen durch  die Wisent-Welt Wittgenstein über Yogawalks bis zu meditativen Konzerten reicht hier das Angebot, das jedes Jahr neugestaltet wird.
www.wege-zum-leben.com

Museen, Ausstellungen und Führungen

Stiftsmuseum, Xanten

Das Stiftsmuseum in Xanten ist eines der schönsten kirchlichen Museen Deutschlands. Kunstliebhaber finden hier prächtige Schätze in Gold und Silber, handgefertigte Messgewänder und aufwendig gestaltete Bücher und Handschriften.
www.stiftsmuseum-xanten.de

Rautenstrauch-Joest-Museum, Köln

Noch bis zum 9. April 2017 zeigt das Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln die Ausstellung „Pilgern – Sehnsucht nach Glück“. Neben Jerusalem, Mekka oder Santiago de Compostela werden auch weniger bekannte Pilgerorte vorgestellt.
http://www.museenkoeln.de/rautenstrauch-joest-museum/

500 Jahre Reformation

1517 soll der Mönch und Theologieprofessor Martin Luther 95 Thesen an das Portal der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen haben, in denen er den Ablasshandel in der katholischen Kirche kritisierte. An den Anschlag der Thesen, der als Beginn der Reformation gilt, erinnern im Jubiläumsjahr mehrere Ausstellungen in Nordrhein-Westfalen, darunter die Schau „Der geteilte Himmel“ im Ruhr Museum auf dem Gelände des Essener Welterbes Zollverein.
www.dein-nrw.de/500-jahre-reformation-in-nrw

Spirituelle Führungen, Paderborn

Paderborn bietet unter dem Motto „Innehalten“ eine besondere Stadtführung mit meditativen Texten und Achtsamkeitsübungen an. Unter anderem geht es dabei um die Jenseitsvorstellungen von Barock bis Realismus und den Ursprung von Pilgerreisen. Vor den Toren der Stadt verläuft zudem der Alte Pilgerweg, der mit Texten und Zitaten am Wegesrand zum Nachdenken und Besinnen einlädt. Wer möchte, kann sich hier auch einer geführten Wanderung anschließen.
www.paderborn.de/Innehalten | www.paderborn.de/alter-pilgerweg

Kraft tanken in der Natur

Winterwandern

Winterwandern ist eine außergewöhnliche Erfahrung. Nicht nur, dass man selbst im Sommer stark frequentierte Wege oft nahezu für sich allein hat und so die Stille genießen kann. In Moorlandschaften etwa wie dem Hohen Venn südlich von Aachen oder dem Großen Torfmoor bei Minden steigt an kalten Wintertagen der Nebel auf und sorgt für eine nahezu mystische Stimmung.
www.dein-nrw.de/winterwandern

Externsteine

Die eigentümlich in den Himmel ragenden Externsteine in Horn-Bad Meinberg im Teutoburger Wald beflügeln seit Jahrhunderten die Phantasie der Menschen, einige sprechen ihnen sogar besondere Kräfte zu. Fest steht: Sie gehören zu den beeindruckendsten Naturdenkmälern Deutschlands.
www.externsteine-info.de

Rhein

Der Rhein zieht Menschen aus aller Welt in seinen Bann. Besonders schöne Ausblicke bieten sich vom sagenumwobenen Drachenfels bei Königswinter, der hoch über dem Tal des Flusses thront. Ein Ausflug dorthin lässt sich mit einem Besuch der nahen Klosterlandschaft Heisterbach aus dem 13. Jahrhundert verbinden. An der gleichnamigen Klosterruine führen gleich mehrere Wanderwege durch das wilde Siebengebirge vorbei.
https://www.abtei-heisterbach.de/

Immer den Rhein im Blick hat man auf dem Rheinsteig, der in Bonn startet und Wanderer von dort aus rund 320 Kilometer nach Süden führt. Radfahrer können dem Fluss auf dem Rheinradweg von Bonn bis zur niederländischen Grenze folgen.

Nationalpark Eifel

Im Nationalpark Eifel ist die Natur weitgehend sich selbst überlassen. Wer will, kann tagelang durch die Wälder und Täler streifen und dabei die ihn umgebene Stille genießen. Die Nationalparkverwaltung bietet ab aber auch geführte Touren an, etwa meditative Wanderungen oder Achtsamkeits- und Yoga-Touren. Etwas Besonderes ist auch ein Besuch bei Nacht, denn im Nationalpark ist es so dunkel, dass der Sternenhimmel einfach überwältigend wirkt. Selbst die Milchstraße ist von hier zu erkennen.
www.nationalpark-eifel.de

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Onlinebefragung für das EFRE-Projekt „Qualitätsmanagement in der Radregion #Münsterland“. Teilnehmen erwünscht! https://t.co/3cdYHN1n9y

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Neue Kampagne der @metropole_ruhr: Die Stadt der Städte und die Themen Arbeiten, Busniess, Leben. https://t.co/9DRZLQ1w0x

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Am #Dortmunder Flughafen werden privat-PKW dank Carsharing-Dienstleister für Urlauber nun zur Einnahmequelle… https://t.co/j5erFkymqh

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