Reduzierte Tierskulptur aus Holz

25.03.2015

Zum 50. Todestag: Ewald Mataré und sein malerisches Werk

Zu sehen sind Skulpturen, Zeichnungen, Holzschnitte, Aquarelle und noch nie gezeigte Gemälde

Autor: Silke Dames

Ewald Mataré ist ein bedeutender Vertreter der klassischen Moderne, dessen Tierskulpturen international bekannt sind. Aus Anlass des 50. Todestages des Künstlers, der am 28. März 1965 in Meerbusch gestorben ist, widmet ihm das Museum Kurhaus Kleve vom 29. März bis 28. Juni 2015 eine Einzelausstellung, die Leihgaben aus ganz Deutschland beinhaltet. Unter der Überschrift „Ewald Mataré – Die Berliner Jahre“ dokumentiert sie zum allerersten Mal das weitgehend unbekannte malerische Frühwerk Matarés. So sind neben Skulpturen auch Zeichnungen, Holzschnitte, Aquarelle und noch nie gezeigte Gemälde zu sehen. Zeitlich setzt die Ausstellung 1907 bei Matarés Umzug von Aachen nach Berlin ein und führt bis zu seiner Rückkehr in das Rheinland 1932, als er auf Drängen von Paul Klee zum Professor für Bildhauerei an der Düsseldorfer Akademie berufen wurde.

Neben der Ausstellung ist auch eine künstlerische Auseinandersetzung mit Matarés Werk im öffentlichen Raum von Kleve geplant. Als Hommage an eine Skulptur, die zur Zeit des Nationalsozialismus in Kleve zerstört worden war, soll am ursprünglichen Standort eine begehbare Installation gestaltet werden. Die Original-Skulptur „Toter Krieger“ war nach ihrer Zerstörung 1977 in den Trümmern wieder aufgefunden, anschließend restauriert und 1981 vor der Klever Stiftskirche ein zweites Mal aufgestellt worden. Zu weiteren öffentlichen Arbeiten außerhalb Kleves gehören die Bronzetüren am Südportal des Kölner Doms, die Portale am Salzburger Dom und das Westfenster am Aachener Dom.

Das Museum Kurhaus Kleve ist untergebracht in den ehemaligen Badebauten Kleves nahe den barocken Gartenanlagen des Johann Moritz von Nassau-Siegen und widmet sich hauptsächlich der modernen und zeitgenössischen Kunst. Neben dem Nachlass von Ewald Mataré, der ein zentrales Fundament der Sammlung bildet, ist ein ehemaliges Atelier von Joseph Beuys zu sehen, in dem dieser die Grundlagen für seinen revolutionären Kunstbegriff schuf. Zudem umfasst die Sammlung zeitgenössischer Kunst Meisterwerke von den 1950er und 1960er Jahren bis heute, etwa von Lothar Baumgarten, Tacita Dean, Andreas Gursky, Thomas Ruff und Jeff Wall. Hervorzuheben sind außerdem die einzigartige Kollektion mittelalterlicher Holzskulpturen vom Niederrhein und das Graphikkabinett Robert Angerhausen.

Internet: www.museumkurhaus.de

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