Eine Schneekanone beschneit eine Piste.

16.04.2014

Wintersport-Arena plant die Zukunft

Nachhaltigkeit und Lenkung der Besucherströme stehen im Fokus des Masterplans 2.0

Autor: Tonia Haag

Die Wintersport-Arena Sauerland will kleinere Skigebiete stärker fördern. Die Zukunft der kleineren Gebiete sowie das Thema Nachhaltigkeit stünden im Mittelpunkt des neu aufgelegten Masterplans 2.0, erklärte die Arena. So soll etwa ein einheitliches Ticketsystem für die kleineren Skigebiete entwickelt werden. Im Randbereich von Abfahrten, im Wald oder auf Wiesen sind zudem „Adventure Runs“ geplant, kleine Abfahrten mit Hügeln, Buckeln und Steilkurven, die eine Alternative zu den bekannten Funparks darstellen und sich vor allem an Kinder und Jugendliche richten könnten.  Darüber hinaus will die Wintersport-Arena den kleineren Gebieten helfen, attraktive Pauschalangebote für Schulklassen, Vereine und andere Gruppen auszuarbeiten und gezielt zu vermarkten.

Zugleich setzt die Wintersport-Arena auf Nachhaltigkeit. Um lange Staus insbesondere zu besucherstarken Wochenenden zu vermeiden, soll ein System erarbeitet werden, das zusätzliche Anreize zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel setzt. Hierfür müsste jedoch auch das Angebot zum Teil verbessert werden. Außerdem sollen Fernbussysteme und Mitfahrbörsen eingebunden werden.

Auch ein verbesserter Erfahrungsaustausch zwischen den Skigebieten ist angedacht. Dafür sollen Referenten in regelmäßigen Versammlungen neueste Erkenntnisse zu den Themen Wintersporttourismus und Klimawandel sowie weitere Zukunftsthemen vorstellen.

Mit den Maßnahmen will sich die Wintersport-Arena erfolgreich für die Zukunft aufstellen. Mit einem ersten Masterplan Anfang des Jahrtausends hatte die Region erfolgreich auf die schneearmen Winter in den 1990er Jahren reagiert, die zu sinkenden Besucher- und Übernachtungszahlen geführt hatten. Um unabhängiger vom Schneefall zu werden, war unter anderem kräftig in Beschneiungsanlagen investiert worden. Insgesamt wurden innerhalb von 13 Jahren rund 90 Millionen Euro für ein verbessertes Angebot ausgegeben. Die Region entwickelte sich dadurch zur bedeutendsten Wintersportregion nördlich der Alpen.

In der abgelaufenen Saison konnten jedoch auch die Schneekanonen ein Einbrechen der Besucherzahlen nicht verhindern. Da es schlicht zu mild war, konnten auch die Maschinen nur wenig ausrichten. Die Besucherzahlen, die in einem normalen Winter bei rund 750.000 liegen, sanken im Winter 2013/14 auf nur 300.000 Gäste. Skigebieten, Gastgebern, Gastronomen und Einzelhändlern entstanden dadurch Verluste in Höhe von rund 55 Millionen Euro.

Insgesamt kam die Region auf 85 Wintersporttage, jedoch nur an sehr vereinzelten Anlagen. Nur sechs Skigebiete kamen überhaupt auf mehr als 30 Schneetage, sieben von 30 Skigebieten hatten sogar komplett geschlossen. Langläufer fanden nur an 21 Tagen gespurte Loipen vor; im vergangenen Jahr waren es fast 70 Tage. Ohne die Schneekanonen wäre die Situation jedoch noch dramatischer gewesen. Die Beschneiungsanlagen hätten zumindest ein Grundangebot gesichert, betonte der Vorsitzende der Wintersport-Arena, Michael Beckmann.

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