Außenansicht Bundeskanzleramt in Berlin

15.05.2020

Corona: Tourismusverbände fordern Gipfel im Kanzleramt

Viele Existenzen und Arbeitsplätze auf dem Spiel

Autor: Tonia Haag

Mehrere Tourismusspitzenverbände, darunter der DTV, fordern stärkere Bemühungen der Bundespolitik zur Rettung der Tourismusbranche. In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel sprechen sie sich für einen Tourismusgipfel im Kanzleramt aus.

Die Umsätze fast aller Unternehmen der stark mittelständisch geprägten Tourismusbranche, zu der Hotels und Reiseveranstalter oder -büros ebenso gehören wie Reisebusunternehmen, Freizeitparks, Restaurants oder Veranstaltungscentren, tendierten seit fast zwei Monaten gegen Null, heißt es in dem  Schreiben. Damit stehe ein großer Teil der Existenzen und mit ihnen ein großer Teil der drei Millionen Arbeitsplätze in der Tourismuswirtschaft auf dem Spiel. Auf einem Tourismusgipfel solle erörtert werden, welche Hilfen die Branche in der Corona-Krise benötige, welche Perspektiven den verschiedenen Bereichen eröffnet werden könnten und welche Erwartungen die Bundesregierung an die Tourismuswirtschaft habe.

Die Verbände begrüßen zwar bestehende Hilfsangebote und angekündigte Lockerungen für Teile der Branche, betonen jedoch auch, dass viele Betriebe angesichts der notwendigen Auflagen deutlich niedrigere Umsätze von gerade einmal 30 bis 50 Prozent des Normalen erwirtschaften könnten, andere Betriebe insbesondere in der Veranstaltungsbranche und im Auslandsgeschäft hätten bislang gar keine Öffnungsperspektive.

„Unsere Branche hat viele Krisen gemeistert, aber wir sehen uns hier mit einer Krise unbekannten Ausmaßes konfrontiert, in der wir schnellstmöglich Hilfe benötigen“, schreiben die Verbände. Ohne zusätzliche Unterstützung und Perspektiven werde es die Branche in dieser Extremsituation nicht schaffen.

„Den Forderungen der deutschen Spitzenverbände schließen wir in NRW uns uneingeschränkt an“, erklärt die Geschäftsführerin des Tourismus NRW, Dr. Heike Döll-König, die zugleich Vize-Präsidentin des DTV ist. Die Branche in ihrer gesamten Diversität benötige passgenaue Hilfen. Das Reiseland NRW lebe von der Vielfalt seines Angebots.

Mehr Informationen: www.drv.de

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