Blick auf Bäume und Berge unter wolkenverhangenem Himmel im Sauerland

29.10.2020

Tourismus NRW mahnt zu passenden Hilfen auch über Lockdown hinaus

„Existenz der ganzen Branche akut gefährdet“

Autor: Tonia Haag

Bund und Länder haben bei einer Videokonferenz umfangreiche Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen. Tourismus NRW begrüßt, dass Betrieben in vom Lockdown betroffenen Branchen wie dem Tourismus Umsatzausfälle zum Teil ersetzt werden sollen, sieht die Hilfen jedoch nicht als ausreichend an.

„Es ist dringend erforderlich, dass vom Lockdown betroffene Betriebe nun in größerem Ausmaß Unterstützungsleistungen bekommen sollen. Allerdings greifen die Hilfen gleich in mehrfacher Hinsicht zu kurz: Zum einen werden die gestern genannten Anteile am Umsatzausfall nicht in jedem Einzelfall ausreichen, um das Überleben zu sichern, weil viele Unternehmen erhebliche Mittel in neue Schutzmaßnahmen investiert und in den vergangenen Monaten schon von der Substanz gelebt haben. Daher muss es hier ergänzende Härtefallregelungen geben. Zum anderen sind die Erstattungsleistungen lediglich für die Zeit des Lockdowns vorgesehen, auch danach werden unsere Betriebe jedoch weiter mit dem Überleben zu kämpfen haben, denn die pandemiebedingten Probleme für unser Geschäft werden in den kommenden Monaten anhalten. Wir brauchen also auch deutlich über den November hinaus adäquate Unterstützung, sonst gehen in Hotels, Restaurants und der Freizeitwirtschaft die Lichter aus“, betont Dr. Achim Schloemer, Vorsitzender des Vorstands von Tourismus NRW.

Gefragt sind schnelle und unbürokratische Hilfen in Form von nicht zurückzahlbaren Zuschüssen für touristische Betriebe. „Die bisherigen Überbrückungshilfen müssen aufgestockt, vereinfacht und so formuliert werden, dass der gesamte touristische Mittelstand von ihnen profitiert, unabhängig von der Struktur des jeweiligen Unternehmens. Und die Hilfe muss schnell fließen, denn durch die schweren vergangenen Monate haben viele Betriebe keinerlei Reserven mehr. Die Situation ist damit noch dramatischer als im Frühjahr. Es geht jetzt um nicht mehr und nicht weniger als das Überleben einer ganzen Branche, die allein in Nordrhein-Westfalen direkt und indirekt 650.000 Arbeitsplätze stellt“, erklärt Schloemer.

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