Außenansicht des komplett aus Holz bestehenden Junkerhauses

26.08.2015

Tag des offenen Denkmals: Handwerk, Technik und Tradition in NRW

Geschichte reicht zurück bis ins 4. Jahrtausend vor Christus

Autor: Silke Dames

Der bundesweite „Tag des offenen Denkmals“ ist ein „Sesam-öffne-Dich“: Mehr als 7.700 historische Baudenkmaler, Stätten und Parks können am 13. September 2015 deutschlandweit besucht werden. Über 1.100 dieser Objekte finden sich in Nordrhein-Westfalen und viele öffnen nur an diesem Tag ihre Pforten. Das teilt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz aus Bonn als bundesweite Koordinatorin der Aktion mit. Eine Auswahl zeigt exemplarisch, was NRW zum diesjährigen Motto „Handwerk, Technik, Industrie“ zu bieten hat.

In Aachen etwa führt ein Besuch des Lousbergs ganz weit zurück in der Geschichte: Im 4. Jahrtausend vor Christus wurde Feuerstein auf dem Bergplateau abgebaut und vor Ort zu Halbfabrikaten von Beilklingen verarbeitet. Ein Rundgang am Tag des offenen Denkmals führt zu Originalfundstellen, an denen unter anderem Arbeitsgeräte der jungsteinzeitlichen Bergleute entdeckt worden sind.

Im Bielefelder Gutzeitcafé werden süße Kostproben der Vergangenheit serviert: In dem 1913 erbauten Haus mit fast vollständig erhaltender Innenraumausstattung von 1927 im Art-Déco-Stil lädt die Konditormeisterin nicht nur zu zwei Rundgängen ein, sondern auch zu Torten nach Originalrezepten der 1920er Jahre. Außerdem gibt es eine kleine Ausstellung alter Handwerksgeräte des Bäcker- und Konditorengewerbes.

In den ehemaligen Ställen von Haus Stapel, einem Wasserschloss mit barocker Vorburg und klassizistischem Haupthaus im münsterländischen Havixbeck, ist heute eine Sägefurnierwerkstatt untergebracht. In stündlichen Führungen gibt es unter anderem eine Vorführung von historischen Furniergattersägen aus dem 19. Jahrhundert.

Der Ringofen der Ziegelei Sassen ist der letzte von über 40 Ringöfen im Düsseldorfer Stadtgebiet. In dem sonst nicht geöffneten Gebäude können Besucher am Tag des offenen Denkmals in der Ziegelbackstube arbeiten, eine Ausstellung ansehen und Kuchen essen.

Der Halbachhammer hat rund 500 Jahre im Siegerland seine Dienste getan, bevor er nach seiner Stilllegung Anfang des 20. Jahrhunderts von Dr. Gustav Krupp von Bohlen und Halbach in Essen wiederaufgebaut wurde. Spätere Freilichtmuseen nahmen sich ein Vorbild daran. Am 13. September ist die Anlage in Aktion: Ein rekonstruiertes Frischfeuer und der historische Aufwerfhammer sind im Wasserbetrieb zu sehen. Besucher können in einer historischen Straßenbahn bis zum Standort Margarethenhöhe anreisen. In der Schmiedewerkstatt des Schleiper Hammers in Kierspe im Sauerland können Besucher am Aktionstag einen Kleiderhaken anfertigen. Um Kleider im weitesten Sinne geht es im Bergischen Land: In der ehemaligen Tuchfabrik Johann Wülfing und Sohn im bergischen Radevormwald, heute ein Museum, gibt es verschiedene Führungen und Vorführungen: So können Besucher beim traditionellen Handspinnen zusehen und mitmachen.

Das Zusammenspiel von mittelalterlichen Bauwerken und modernster Technik lässt sich in den Dombauhütten in Köln und Xanten aus nächster Nähe beobachten. Schon am 12. September geben Mitarbeiter der Kölner Dombauhütte Einblicke in ihre Arbeit, auch mit einer Führung in Gebärdensprache. Am Dom St. Viktor in Xanten stehen am 13. September Vorträge sowie eine Vorführung der Technologie inklusive Diskussion und Bewertung der zukünftigen Einsatzmöglichkeit in der Denkmalpflege auf dem Programm.

Geheimnisvoll, sagenumwoben und komplett aus Holz ist das mehr als hundert Jahre alte Junkerhaus in Lemgo. Außen wie innen wurde das zweistöckige Fachwerkgebäude vom Hausherren Karl Junker bis ins kleinste Detail selbst bearbeitet und gestaltet. Zum Tag des offenen Denkmals wird an exemplarischen Möbeln die Welt des Außenseiters Junker erschlossen.

In Soest öffnet die Merkur Glühlampenfabrik ihre Türen. Verschiedene Architekturstile vom Historismus bis zur neuen Sachlichkeit erzählen vom Wachstum des 1908 gegründeten Unternehmens. In Wuppertal gewährt die alte Bandweberei Kafka Einblicke in ihre 120-jährige Geschichte. Das Wülscheider Backhaus in Bad Honnef stammt aus dem späten 19. Jahrhundert. Zum Tag des offenen Denkmals wird im historischen Ofen frisches Brot gebacken. Im denkmalgeschützten Ensemble der Speicherstadt in Münster hat der Landschaftsverband Westfalen Restaurierungswerkstätten, ein zentrale Fundarchiv und den Bereich Fotografie untergebracht. Am 13. September gibt es Führungen durch die Restaurierungswerkstätten, Mitmachaktionen sowie Vorführungen zu mittelalterlichem Handwerk und digitalen Fundbeschriftungen.

Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Alle 50 Länder der europäischen Kulturkonvention beteiligen sich im September und Oktober an dem Ereignis. Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag des offenen Denkmals bundesweit.

Internet: www.tag-des-offenen-denkmals.de

 

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