Ein Ranger läuft neben einem Handbike-Fahrer.

20.10.2014

Studie sieht enormes Potenzial im barrierefreien Tourismus

Ausbau könnte Milliardenumsätze generieren

Autor: Tonia Haag

Ein Ausbau der barrierefreien Angebote im Tourismus könnte in Europa zusätzliche Milliardeneinnahmen generieren und Millionen neuer Arbeitsplätze schaffen. Das geht aus einer Studie im Auftrag der EU-Kommission hervor. Voraussetzung sei jedoch, dass nicht nur physische Barrieren abgebaut, sondern auch Service und Informationspolitik verbessert würden.

Für die Studie befragten die Verfasser sowohl Menschen mit Behinderung zwischen 15 und 64 Jahren, als auch ältere Menschen ab 65. Zusammen kommen diese beiden Gruppen derzeit pro Jahr auf 783 Millionen Tages- oder Mehrtagesreisen innerhalb der EU. Die meisten Reisen werden dabei innerhalb des Heimatlandes unternommen.

Unter den bisherigen Voraussetzungen werde diese Zahl bis zum Jahr 2020 auf 862 Millionen Reisen pro Jahr steigen, hieß es. Wenn es jedoch gelänge, die barrierefreie Zugänglichkeit tourismusrelevanter Einrichtungen deutlich zu erhöhen, könne die Zahl sogar auf 1.231 Millionen pro Jahr klettern.

Umsätze im barrierefreien Tourismus schon heute im hohen dreistelligen Milliardenbereich

Laut Studie geben ältere Gäste und Menschen mit Behinderung durchschnittlich 80 Euro für einen Tagesausflug und 700 Euro für einen Mehrtagesurlaub im Heimatland sowie 1.1000 Euro für einen Mehrtagesurlaub im EU-Ausland aus. Den Berechnungen der Untersucher zufolge sorgen damit allein die Reisenden aus der EU derzeit für einen Gesamtumsatz von rund 786 Milliarden Euro jährlich. Darin inbegriffen sind direkte, indirekte und induzierte Effekte des barrierefreien Tourismus. Behinderte Menschen und ältere Gäste aus den elf wichtigsten Nicht-EU-Quellmärkten steuern noch einmal 34 Milliarden Euro bei. Dadurch ergibt sich hier eine Gesamtsumme in Höhe von 830 Milliarden Euro.

Das Potenzial liegt laut Studie jedoch deutlich höher. So könnten sich bei einer günstigen Entwicklung 2020 Einnahmen in Höhe von über 1,1 Billionen Euro erzielen lassen. Umgerechnet auf Arbeitsplätze würde dies einen Anstieg von derzeit 9,24 Millionen auf 13 Millionen bedeuten.

Wichtig ist den Befragungen zufolge jedoch, dass Barrieren vor Ort abgebaut werden und dass sich behinderte Menschen und Ältere bereits vor ihrer Reise über barrierefreie Zugänglichkeiten informieren können – und das nicht nur in Special-Interest-Medien, sondern auch in Standardmedien. Außerdem müsse das Personal in tourismusrelevanten Einrichtungen für die Bedürfnisse und den Umgang mit mobilitäts- oder aktivitätseingeschränkten Menschen und Älteren sensibilisiert werden, hieß es.

Die EU-Studie zum barrierefreien Tourismus unter dem Titel „Economic Impact and Travel Patterns of Accessible Tourism in Europe“ ist auf der Website der Europäischen Kommission als Kurzfassung im englischen Original verfügbar: http://ec.europa.eu

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