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MAFO-ABC

Das folgende Marktforschungs-ABC soll Ihnen Aufschluss über die gängigen Begriffe der touristischen Marktforschung bieten. 

A

ABC-Analyse

Die ABC-Analyse ist ein hilfreiches Instrument zum Erkennen und Strukturieren von Schwerpunkten für das Marketing, um Ressourcen bestmöglich zu nutzen und die wichtigsten Kunden mit besonderer Sorgfalt zu bedienen.

Absatzforschung

Absatzforschung beschäftigt sich mit der systematischen Erhebung, Sammlung, Analyse und Interpretation von Daten zur Bewertung des Absatzes und der Absatzentwicklung. Die dazu erforderlichen Daten können sowohl aus unternehmensinternen Quellen (Kennzahlen, Teilmärkte, Produktsparten, regionale Gliederungen), als auch aus externen Quellen (amtliche Statistiken, Konjunkturdaten, Marktforschungsergebnisse) stammen. Ziel der Absatzforschung ist es, das Marketing in planerischer Hinsicht zu unterstützen, um einerseits Möglichkeiten für Optimierungen und Effizienzsteigerungen in bestehenden Märkten zu finden, andererseits aber auch Inputs für neue Märkte, Zielgruppen und Produktentwicklungen zu geben.

Ankünfte

Die Zahl der gemeldeten Gäste in einem Beherbergungsbetrieb innerhalb des Berichtszeitraums, die zum vorübergehenden Aufenthalt eine Schlafgelegenheit belegten.

B

Balanced Scorecard

Die Balanced Scorecard ist ein strategisches System, mit dem der Fortschritt eines Unternehmens hinsichtlich der gesetzten Ziele gemessen und gemanagt wird. Dabei werden vier Perspektiven einbezogen:

  • die finanzielle Perspektive,
  • die Kundenperspektive,
  • die interne Prozessperspektive sowie die
  • Lern- und Entwicklungsperspektive.

Kundenzufriedenheit und Mitarbeiterzufriedenheit lassen sich im Kennzahlensystem der Balanced Scorecard verankern.

Befragung

Die Befragung – oder Umfrage – ist eine wissenschaftliche Methode, um Informationen über Informationsstand, Meinungen, Werthaltungen, Verhalten oder demographische Basisdaten zu erhalten. Befragungen werden nach ihrer methodischen Form (z.B. Totalerhebung, Art der Fragestellung) und der Art ihrer Durchführung (schriftlich oder mündlich) klassifiziert.

Beherbergungsbetrieb

Zu den meldepflichtigen Beherbergungsbetrieben zählen Betriebe, die über zehn oder mehr Schlafgelegenheiten verfügen. Dies entspricht bei Campingplätzen zehn oder mehr Stellplätzen, da ein Stellplatz mit vier Schlafgelegenheiten gleichgesetzt wird. Zu den Beherbergungsbetrieben zählen auch Unterkünfte, die die Gästebeherbergung nur als Nebenzweck betreiben. Zu den in der offiziellen Statistik berücksichtigten Betrieben gehören Campingplätze, Erholungs- und Ferienheime, Ferienhäuser, -wohnungen, Ferienzentren, Gasthöfe, Hotels, Hotels garnis, Jugendherbergen und Hütten, Pensionen, Schulungsheime und Vorsorge- und Rehabilitations-Kliniken.

Benchmarking

Im betrieblichen Bereich stellen Benchmarks Orientierungs- oder Zielgrößen dar, die eine objektive Bewertung der eigenen Leistung im Vergleich zu anderen Unternehmen ermöglichen. Im Rahmen des Benchmarkings werden jedoch nicht nur Kennzahlen miteinander verglichen und Leistungslücken quantifiziert, sondern die zugrunde liegende Vorgehensweise zur Erreichung der Benchmarks ergründet. Dabei sollen herausragende, exzellente Praktiken entdeckt und im eigenen Unternehmen umgesetzt werden, um dadurch nachhaltige Verbesserungen oder sogar Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Im Kern beinhaltet Benchmarking damit das Streben, zum „Besten der Besten” zu werden.

Beobachtung

Die Beobachtung ist neben der direkten Befragung und dem Experiment in der Marktforschung die dritte Methode der Feldarbeit. Da die Befragung die Selbstbeobachtung des Befragten voraussetzt (und natürlich eine offene und ehrliche Auskunft darüber) ist in vielen Fällen die Beobachtung das direktere Verfahren, um exakte und schlüssige Daten über das Verhalten von Personen zu bekommen. Zu unterscheiden ist zwischen Feldbeobachtung, Laborbeobachtung, persönlicher Beobachtung und apparativer Beobachtung (z.B. mit Videokameras).

Beobachtungsmärkte

Als Beobachtungsmärkte (auch Zukunfts- oder Wachstumsmärkte genannt) werden Märkte bezeichnet, die im Moment für die jeweilige touristische Institution noch nicht relevant sind, die aber nicht komplett außer Acht gelassen werden sollten, da sie aus touristischer Sicht langfristig ein großes Potenzial aufweisen. Die Entwicklung dieser Märkte wird beobachtet, da sie ggf. zu einem späteren Zeitpunkt interessant werden könnten.

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Das BIP stellt den Marktwert aller für den Endverbrauch bestimmten Güter und Dienstleistungen dar, die in einem Land in einem bestimmten Zeitraum hergestellt werden.

Die Veränderungsrate des BIP wird in konstanten Preisen errechnet (Basisjahr ist 1995) und dient als Messgröße für das Wirtschaftswachstum einer Volkswirtschaft.

C

Cluster

Merkmalsträger wie z.B. Produkte, Personen oder geographische Einheiten werden in Untergruppen/Clustern zusammengefasst. Die Gruppen sollten in sich möglichst ähnlich bzw. homogen, die Unterschiede zwischen den Gruppen aber möglichst groß sein. So kann ein Marketingforscher z.B. Personengruppen bilden, bei denen die Mitglieder der einzelnen Gruppen in etwa das gleiche Verhalten zeigen, während zwischen den Personengruppen große Unterschiede bestehen. So können mit einer Clusteranalyse Marktsegmente festgestellt und Zielgruppen abgeleitet werden.

D

DEHOGA

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Nordrhein-Westfalen ist die Spitzen-Organisation des Gastgewerbes in Nordrhein-Westfalen. Er ist einer von 17 Landesverbänden im DEHOGA. Die drei Bezirksverbände Nordrhein, Ostwestfalen und Westfalen mit ihren Kreisgruppen und Ortsstellen bilden das Rückgrat. Rund 17.000 Mitglieder gehören zur Basis. Der DEHOGA Nordrhein-Westfalen ist ein moderner Wirtschaftsverband, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, in Nordrhein-Westfalen die wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen des Gastgewerbes wahrzunehmen.

Demografie

Die Demografie beschreibt die wirtschaftliche und sozial-politische Struktur der Bevölkerung eines Landes. Dazu zählen vor allem:

  • Alter und Altersverteilung
  • Wohnort
  • Einkommen und Verdienst
  • Vermögen
  • Bildung
  • Religion
  • Familienstand

Demografische Basisdaten sind in der Marktforschung Voraussetzung für repräsentative Erhebungen z.B. bei Umfragen, Zählungen, Beobachtungen oder Feldtests.

Destination Brand

Bei Destination Brand handelt es sich um eine Studienreihe, die vom Institut für Management und Tourismus der Fachhochschule Westküste in Kooperation mit der GfK und dem Tourismus- und Freizeitinstitut inspectour herausgegeben wird. Die Studienreihe untersucht in einem 3-Jahres-Turnus jeweils die Markenstärke, die Profile und die Themenkompetenz deutscher Reiseziele.

Deutscher Reiseverband (DRV)

Der Deutsche ReiseVerband (DRV) ist die Interessenvertretung aller Unternehmen der Reisebranche. Als Spitzenverband des weltweit größten Quellmarktes versteht er sich als Qualitätsverband, der die Stimmen der Branche bündelt und ihre Interessen auf politischer Ebene und in der Öffentlichkeit im In- und Ausland vertritt.

Der DRV repräsentiert die Reiseveranstalter und Reisebüros aller Organisationsformen und Größen ebenso wie die touristischen Leistungsträger (Anbieter von Einzelleistungen in der Reisebranche) und Dienstleister sowie die ausländischen Fremdenverkehrsämter gegenüber der Politik und der Wirtschaft. Er informiert die Öffentlichkeit über die Vorteile der Veranstalterreise sowie des professionellen Reisevertriebs und stärkt so die organisierte Urlaubsreise und die professionell gemanagte Geschäftsreise.

Deutscher Tourismusverband (DTV)

Der Deutsche Tourismusverband e.V. (DTV) ist der freiwillige Zusammenschluss von lokal, regional und landesweit agierenden Tourismusorganisationen in Deutschland. Gegründet wurde er 1902 als „Bund Deutscher Verkehrsvereine“.

Der DTV hat koordinierende, tourismuspolitische und beratende Funktionen. Als neutrale, unabhängige Plattform für Facharbeit bündelt der DTV Erkenntnisse und Erfahrungen. Er wirkt als Informationspool und bietet bundesweit Beratungs- und Serviceleistungen für Tourismusorganisationen an. Der Dachverband untermauert die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Tourismus in Deutschland mit Zahlen, Daten und Fakten und weist anhand konkreter Problemstellungen auf Hindernisse und Hemmnisse für eine erfolgreiche touristische Entwicklung in der Zukunft hin. Des Weiteren übernimmt der DTV die landesweite Koordination der Initiative „ServiceQualität Deutschland“.

Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT)

Als Marketingorganisation für das Reiseland Deutschland übernimmt die DZT wichtige Funktionen für die internationale Vermarktung. Das geht von der Entwicklung eines angebots- und erlebnisorientierten Marketings über die Bündelung und Optimierung aller Marketingaktivitäten bis hin zum flächendeckenden Vertrieb in Wachstumsmärkten. Dabei stützt sich die DZT auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Deutschlandtourismus sowie Partnern aus Wirtschaft und Verbänden.

DSFT – Deutsches Seminar für Tourismus

Das Deutsche Seminar für Tourismus (DSFT) Berlin e. V. ist die zentrale Weiterbildungseinrichtung der deutschen Tourismuswirtschaft. Das DSFT bietet jährlich mehr als 150 Seminare für Fach- und Führungskräfte aus nahezu allen Bereichen der Tourismusbranche an. Die Seminare dauern in der Regel ein bis drei Tage, einige erstrecken sich über sechs Tage und schließen mit Prüfungen ab.

Durchschnittliche Aufenthaltsdauer

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer wird ermittelt, indem die Zahl der Übernachtungen durch die der Ankünfte geteilt wird. Sie kann zum Beispiel in Orten mit Vorsorge- und Rehabilitations-Kliniken rechnerisch höher sein als die Zahl der Kalendertage des Berichtszeitraums. Berechnung der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer: (Übernachtungen / Ankünfte).

Durchschnittliche Auslastung

Die durchschnittliche Auslastung ist der rechnerische Wert, der die Inanspruchnahme der Schlafgelegenheiten in einem Berichtszeitraum ausdrückt. Die prozentuale Angabe wird ermittelt, indem die Zahl der Übernachtungen durch die sogenannten „Bettentage“ geteilt wird. Letztere sind das Produkt aus angebotenen Schlafgelegenheiten und der Zahl der Tage, an denen ein Betrieb im Berichtszeitraum tatsächlich geöffnet hatte. Das Produkt beschreibt damit die im Berichtszeitraum angebotene Bettenkapazität.

Berechnung der durchschnittlichen Auslastung: (Übernachtungen / angebotene Bettentage) X 100

E

Empirische Forschung

Die empirische Forschung ist eine wissenschaftliche Methodik, welche Aussagen über die Realität durch Befragung, Beobachtung und Messung gewinnt. Dabei werden theoretisch abgeleitete Aussagen (Hypothesen) durch geeignete Instrumentarien, welche die erforderlichen Informationen aus der Realität erbringen (Messungen), überprüft.

Erhebung

Die Erhebung ist in der der allg. sozialwissenschaftlichen Forschung und der Statistik die systematische Untersuchung (z.B. durch Befragung, Beobachtung, Zählung, Messung) einer Grundgesamtheit oder einer Stichprobe aus dieser Grundgesamtheit.

Experiment

Experimente untersuchen die Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen zwei Variablen. Das unterscheidet Experimente von Beobachtungen und Befragungen – diese beiden Erhebungsformen erlauben nur die Vermutung von Zusammenhängen, jedoch nicht deren Nachweis. Je nach Fragestellung wird bei einem Experiment die Umgebung der Testpersonen kontrolliert. Grundsätzlich wird zwischen Labor- (in kontrollierter Umgebung) und Feldexperimenten (in natürlicher Umgebung) unterschieden.

F

Face-to-Face-Befragung

Bei einer Face-to-Face-Befragung kommt es zum direkten Kontakt zwischen dem Interviewer und dem Interviewten. Die Face-to-Face-Befragung ist eine mündliche, persönliche Befragung durch einen Interviewer. Dem Befragten werden die Fragen nicht gezeigt, da diese vom Interviewer gestellt werden. Der Interviewer kann komplexe Fragen stellen, da er diese, wenn nicht ganz schlüssig und eindeutig, erklären kann. Bei der Face-to-Face-Befragung kann der sogenannte Intervieweffekt auftreten, der die Erhebung verfälschen kann. Infolgedessen sind die Interviewer daraufhin zu schulen.

Feldarbeit

Jene Arbeiten der Marktforschung, Motivforschung, Meinungsforschung oder Trendforschung, die der unmittelbaren Erhebung der gesuchten Informationen in der zu untersuchenden Grundgesamtheit bzw. der Stichprobe dienen, nennt man Feldarbeiten. Die Feldarbeit umfasst unter anderem die Ansprache oder Auswahl der Probanden, deren Befragung oder Beobachtung und die Erhebung sonstiger statistischer Daten.

Fragebogen

Der Fragebogen ist ein Instrument zur Datenerhebung. Dabei wird eine i.d.R. standardisierte Zusammenstellung von Fragen zur Beantwortung an eine bestimmte Anzahl von Personen vorgelegt. Das Ziel ist es, deren Antworten zur Überprüfung der den Fragen zugrunde liegenden theoretischen Konzepte und Zusammenhänge zu verwenden.

Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) Reiseanalyse (RA)

Die Reiseanalyse ist eine bevölkerungsrepräsentative Befragung zur Erfassung und Beschreibung des Urlaubs- und Reiseverhaltens der Deutschen und ihrer Urlaubsmotive und -interessen. Die Untersuchung beschäftigt sich mit Urlaubsreisen ab 5 Tagen Dauer und Kurzurlaubsreisen von 2 – 4 Tagen. Die RA wird seit 1970 kontinuierlich jährlich durchgeführt. Es gibt zwei Methoden der FUR Reiseanalyse:

RA Face-to-Face-Befragung:

Repräsentativ für deutschsprachige Personen über 14 Jahren in Privathaushalten in Deutschland (Auswahl: Random Route). Im Januar werden mehr als 7.500 Personen persönlich in den Haushalten zu urlaubsbezogenen Themen ((z.B. Reiseverhalten im Vorjahr) befragt.

RA online:

Repräsentativ für deutschsprachige Personen zwischen 14 und 70 Jahren in Privathaushalten in Deutschland (Auswahl: Online Access Panel). Onlineerhebungen im Mai und November mit je 2.000 Personen. Thematische Schwerpunkte sind online-relevante Fragestellungen sowie Kurz- und Städtereisen.

G

GENESIS

Bei GENESIS (Gemeinsames neues statistisches Informationssystem) handelt es sich um ein von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder gemeinsam entwickeltes metadatengestütztes Statistisches Informationssystem.

GENESIS-Online ist eine Datenbank, die tief gegliederte Ergebnisse der amtlichen Statistik enthält. Sie wird kontinuierlich ausgebaut. Der Tabellenabruf erfolgt unentgeltlich und kann variabel auf den individuellen Bedarf angepasst werden. Die Abspeicherung der Ergebnisse ist in verschiedenen Formaten möglich. Zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten stehen registrierten Kunden gegen eine Jahresgebühr zur Verfügung.

Über GENEIS erhält man Daten zum Deutschlandtourismus und kann durch spezielle Auswahlfunktionen genaue Vergleiche schaffen.

GfK/IMT DestinationMonitor

Der GfK/IMT DestinationMonitor Deutschland wird gemeinsam von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK SE Panel Services Deutschland) und dem Institut für Management und Tourismus der FH Westküste (IMT) herausgegeben. Der DestinationMonitor untersucht kontinuierlich das Reiseverhalten der deutschsprachigen Bevölkerung und liefert grundlegende Daten zum inländischen Übernachtungs- und Tagestourismus, zum Privat- und Geschäftsreisetourismus sowie zum „Grauen Markt“. Ziel ist es, bisherige Datenlücken zu schließen und durch regelmäßiges Monitoring das Reiseverhalten der Deutschen für Destinationen transparenter zu machen.

Grundgesamtheit

Die Grundgesamtheit ist eine statistisch erfassbare Masse oder jenes statistisch zu untersuchende Objekt, über die mittels einer Stichprobe eine Aussage getroffen werden soll. Die Definition (= Abgrenzung) der Grundgesamtheit erfolgt in der Regel zielorientiert, z.B. alle wahlberechtigten Personen eines Landes; alle Personen zwischen 16 und 45 Jahre, die in den nächsten zwei Jahren ein Auto kaufen wollen; Touristen, die innerhalb der letzten beiden Jahre Urlaub in Österreich gemacht haben; alle Einkaufsverantwortlichen einer bestimmten Branche usw. Es ist in den meisten Fällen sinnvoll, die Grundgesamtheit vorher präzise zu definieren und damit auch volumenmäßig einzuschränken, um die Validität der Aussagen zu erhöhen, aber auch um die anfallenden Kosten einer Erhebung zu minimieren.

Grauer Markt

Der Terminus „grauer Markt“ wird im Tourismus sowohl im Zusammenhang mit Beherbergungsbetrieben als auch in der Veranstaltungstouristik verwendet. Es handelt sich dabei um Betriebe oder Veranstalter, die nicht von den jeweiligen amtlichen Statistikämtern erfasst werden, weil sie nicht die Erhebungskriterien wie Größe (z.B. kleiner als 10 Betten) oder Zweck (z.B. gemeinnützige Veranstalter, „Cliquen“) erfüllen. Ein wichtiger Bestandteil des grauen Marktes sind die Verwandten- und Bekanntenbesuche (kurz VFR), deren wirtschaftliche Bedeutung für den im Zielgebiet ansässigen Einzelhandel als hoch bis sehr hoch eingeschätzt wird.

H

Häufigkeit

Bei der Häufigkeit unterscheidet man zwischen der absoluten und der relativen Häufigkeit.

• Absolute Häufigkeit:

Die absolute Häufigkeit stellt die Häufigkeit einer Merkmalsausprägung in einer Statistik dar.

• Relative Häufigkeit:

Die relative Häufigkeit ist die Häufigkeit einer Merkmalsausprägung in Relation zum Stichprobenumfang, d.h. zur Menge der Merkmalsträger. Zum Vergleichen zweier Statistiken wird meist die relative Häufigkeit angegeben.

Herkunftsland

Für die Zuordnung ist grundsätzlich der ständige Wohnsitz oder gewöhnliche Aufenthalt der Gäste maßgebend, nicht dagegen deren Staatsangehörigkeit bzw. Nationalität.

I

Imageanalyse

Eine Analyse, bei der das Image eines Unternehmens, einer Marke oder einer Person (allg.: einem Imageträger) festgestellt wird, wird als Imageanalyse bezeichnet. Maßgeblich dafür ist die Wahrnehmung der jeweils relevanten Öffentlichkeit (Kundenkreis, Zielgruppe, Wähler, …) unter der das Image untersucht wird. Imageanalysen haben mehrere Aufgaben:

  • Analyse des Ist-Status des Images.
  • Vergleich, ob ein angestrebtes Image erreicht worden ist (Soll-Ist Vergleich).
  • Diagnose, wie sich das bestehende Image auf andere Ziele (Wachstum, Umsatz, angestrebte Zielgruppen, …) auswirkt.
  • Prognose, welches Image bzw. welche Imageaspekte ein angestrebtes Ziel ermöglichen.
  • Strategiebildung, welche Faktoren für das Image relevant sind und wie diese Faktoren zu handhaben sind, um ein angestrebtes Image zu erreichen.

In operativer Hinsicht werden Imageanalysen häufig im Rahmen von Stärken-Schwächen-Analysen eingesetzt, um eine Neupositionierung oder Repositionierung vorzubereiten bzw. erfolgte Maßnahmen zur Positionierung zu prüfen.

Indikatoren

Indikatoren sind Mess- bzw. Kenngrößen, die Informationen über ein bestimmtes Phänomen geben, wobei sie Informationen gezielt zusammenfassen, um so eine Bewertung zu erleichtern. Sie helfen z.B. bei der Einschätzung, ob z.B. die durchgeführten und geplanten Projekte in die richtige Richtung zielen.

Indikatoren helfen bei der Identifikation zentraler Ursache-Wirkungs-Ketten. Sie unterstützen die Ableitung von Handlungsprioritäten und Zielwerten und sind unverzichtbar für die Wirkungskontrolle (habe ich das erreicht, was ich erreichen wollte). Indikatoren spiegeln eine Aggregation von Basisdaten wider. Die wesentliche Aufgabe eines Indikators ist es dementsprechend ein komplexes System verständlich und wahrnehmbar zu machen. Sie müssen leicht erfassbar und allgemeinverständlich sein.

Interview

Element einer Befragung, bei der eine Person (Respondent) persönlich oder telefonisch um Auskunft durch eine interviewende Person gebeten wird. Typische Formen von Interviews sind:

  • Face-to-Face-Interviews, bei der die Respondenten persönlich vom Interviewer befragt werden,
  • telefonische Interviews, bei denen die Respondenten am Telefon befragt werden,
  • Paper & Pencil-Interviews, bei denen das Interview mit Hilfe eines gedruckten Fragebogens erfolgt,
  • CAPI – Interviews, bei denen das Interview mit Hilfe eines Notebooks erfolgt (statt eines gedruckten Fragebogens),
  • CATI – telefonische Interviews mit Unterstützung eines Computers (für Anwahl der Respondenten und Durchführung des Interviews),
  • Online-Interviews, die im Internet auf Unternehmensseiten direkt oder verlinkt positioniert werden oder für Panelmitglieder durch Marktforschungsinstitute verwaltet werden.

IPK International

IPK International ist spezialisiert auf die Bereiche Tourismus-Marktforschung und Tourismus-Marketing & -Masterplanning und zählt international zu den führenden Beratungsunternehmen im Tourismus.

Seit 1990 führt IPK International den Europäischen Reisemonitor® (European Travel Monitor®) bzw. den Deutschen Reisemonitor® durch. Beide Studien sind heute Teil des IPK World Travel Monitor®, der weltweit größten und einzigen Tourismusstudie, die jährlich das Auslandsreisevolumen und Auslandsreiseverhalten der Europäer, Asiaten und Amerikaner untersucht.

IT.NRW

Der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) ist

• das statistische Landesamt für Nordrhein-Westfalen und

• das zentrale IT-Dienstleistungszentrum.

IT.NRW ist am 01.01.2009 durch die Zusammenführung des ehemaligen Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) mit den Gemeinsamen Gebietsrechenzentren (GGRZ) Hagen, Köln und Münster entstanden.

Hier bekommt man die touristischen Monatserhebungen für Nordrhein-Westfalen. Von Ankunfts- und Übernachtungszahlen über Betriebs- und Bettenzahl bis zu Herkunftsländern der Gäste kann man hier alle Daten abfragen.

K

Kundenzufriedenheitsanalyse

Grundlage der Kundenzufriedenheitsanalyse sind Kundenbefragungen, in denen sich die Kunden zu einem Erhebungsgegenstand (wie zum Beispiel einem Produkt, einem Unternehmen, einer Serviceleistung) äußern und diesen beurteilen. Im Anschluss an die Kundenbefragung werden die Bewertungen der Kunden einer Zufriedenheitsanalyse (möglicherweise durch Ermittlung von Indizes) unterzogen.

Für die Kundenzufriedenheit und deren Analyse spielt nicht nur die objektive Qualität (eines Produktes oder einer Dienstleistung) eine Rolle, sondern die vom Kunden subjektiv wahrgenommene Qualität bzw. Leistung. Sie dient daher der Messung und Sichtbarmachung der Zufriedenheit der Kunden mit den vom Unternehmen erbrachten Leistungen und dem Aufdecken von Mängeln.

M

Magic Cities

Magic Cities Germany ist die Werbegemeinschaft der Städte Berlin, Köln, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Leipzig, München und Stuttgart. Unterstützt wird die seit 1955 bestehende Werbegemeinschaft von der DZT, der Lufthansa und der Deutschen Bahn. Zielmärkte des Städtebundes sind USA, China, Indien, Südkorea und Australien.

Marketing-Controlling

Die Funktion des Marketingcontrollings besteht darin, die Effektivität und Effizienz einer marktorientierten Unternehmensführung sicherzustellen. Effektivität bezeichnet im weiteren Sinne die Wirksamkeit und somit den Output der Leistungserstellung: Werden vorgegebene Ziele erreicht?

Effektivität im engeren Sinne definiert den Wirksamkeitsgrad: Liegt die Zielerreichung über einem vorab formulierten Zielniveau?

Effizienz bezeichnet den Grad der Wirtschaftlichkeit: Eine Maßnahme ist effizient, wenn es zu einem Output/Input-Verhältnis einer Maßnahme keine andere Maßnahme gibt, die ein besseres Verhältnis erzielt.

Marktanalyse

Strategische Marktanalysen stellen Entscheidungsgrundlagen für Marktbearbeitungsstrategien dar. Sie liefern in systematisierter und aufbereiteter Form strategisch relevante Informationen, die in einer Vielzahl von Anwendungsfällen eingesetzt werden.

Mittelwert / Zentralwert (Median)

Der Mittelwert ist der Durchschnitt von Stichproben in einer statistischen Untersuchung.

Der Zentralwert wird auch Median genannt. Wie der Name schon sagt, ist es jener Wert, der bei einer der Größe nach geordneten Stichprobe in der Mitte gelegen ist. Der Zentralwert kann unter Umständen auch der Mittelwert der beiden in der Mitte stehenden Werte sein.

Monitoring

Unter Monitoring versteht man ganz allgemein die Dauerbeobachtung eines bestimmten Systems. Der Begriff entstammt dem lateinischen „monere“ und bedeutet erinnern bzw. ermahnen.

Vier Schlüsselfunktionen kennzeichnen das Verständnis von Monitoring:

• Beobachtungsfunktion:

Systematische, langfristige, problemorientierte Erfassung ausgewählter Parameterwerte in regelmäßigen Abständen

• Frühwarnfunktion:

Die Bewertungsaufgabe von Monitoring, die Identifizierung kritischer Werte bzw. Zustände.

• Controllingfunktion:

Das begleitende Monitoring von Managementmaßnahmen (vorher – nachher)

• Benchmarkingfunktion:

Die Ableitung optimaler Werte bzw. Zustände für die einzelnen Indikatoren bzw. für das Indikatorenset (Identifikation der Besten).

N

Nachfrageanalyse

In einer Nachfrageanalyse wird erhoben, wie ein Produkt oder eine Dienstleistung von den Marktteilnehmern wahrgenommen wird. Wichtigstes Merkmal dieser Studien ist die Konsumenten- oder Kundenperspektive auf den zu untersuchenden Gegenstand. Für den Tourismus ist das vorrangige Ziel der Nachfrageanalysen, Informationen für die Anbieter touristischer Leistungen zu gewinnen und Entscheidungsgrundlagen zu schaffen. Das Wissen für die touristischen Akteure kann in entsprechende Produktentwicklungs- und Marketingmaßnahmen umgesetzt werden.

Nominal

Unter „nominal“ versteht sich der „normale“ Wert oder die „normale“ messbare Änderung einer Größe. Beispiele hierfür sind Nominallöhne oder das nominale BIP. Nominallöhne sind die Löhne, die tatsächlich bezahlt werden (jedoch vor Abzug von Einflussfaktoren wie bspw. Inflation). Zum nominalen BIP gehören bspw. alle Waren, Güter und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres und zu Preisen des Jahres in einer Volkswirtschaft erzeugt wurden.

P

Panelumfrage

Panelumfragen werden innerhalb einer konstanten Gruppe von Personen durchgeführt. Das Ziel ist es, entweder mögliche Veränderungen des Meinungsbildes festzustellen oder durch Kombination von mehreren aufeinander folgenden Befragungen einen vertieften Einblick in die Meinungs- und Verhaltenszusammenhänge zu erhalten. Inhalte von Panelumfragen sind vor allem Einkaufs- und Konsumgewohnheiten sowie Einschätzungsfragen zu politischen oder wirtschaftlichen Entwicklungen. Typische Panelgruppen sind Verbraucherpanele, Einzelhandelspanele, Großhandelspanele.

Primärmärkte

Touristische Primärmärkte definieren sich als solche vor allem durch die hohen Ankunfts- und Übernachtungszahlen ihrer Bürger im Zielmarkt. Weiterhin spielen sozioökonomische und touristische Schlüsselindikatoren sowie die betreffende Marktdynamik eine bedeutende Rolle für die Qualifikation als Primärmarkt.

Primärmarktforschung

Von Primärmarktforschung ist die Rede, wenn man Daten selbst erhebt und auswertet. Zu den Primärerhebungen zählen beispielsweise schriftliche, persönliche bzw. telefonische Befragungen (wie etwa Zielgebietsbefragungen, repräsentative Einwohner- und Haushaltsbefragungen) sowie Zählungen, anonyme Produkttests oder einzelbetriebliche Detailanalysen.

Prognose

Prognosen sind wissenschaftlich fundierte Aussage über den voraussichtlichen Verlauf einer Entwicklung oder den Zustand eines zu prognostizierenden Systems zu einem gewissen Zeitpunkt.

Q

Qualitätsmonitor

Der Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus wurde 2007 von der ERV (Europäische Reiseversicherung AG) und der Deutschen Zentrale für Tourismus e.V. ins Leben gerufen. Im Rahmen des Projekts werden in- und ausländische Übernachtungsgäste (Urlauber und Geschäftsreisende) zu ihrem Reiseverhalten, sprich Urlaubsmotiv, Urlaubsart, Aktivitäten, Unterkunft, Informations- und Ausgabeverhalten, Buchung und Zufriedenheit befragt.

In Nordrhein-Westfalen wurden im Befragungsjahr 2013/2014 über 7.000 Gästeinterviews durchgeführt. Die Auswahl der befragten Personen erfolgt nach einem nach Region, Saisonalität, Beherbergungsstruktur und Nationalität geschichteten Quotenauswahlverfahren. Die Interviews werden vor Ort „Face-to-Face“ durchgeführt.

Ziel des Qualitätsmonitors ist es, durch die Befragung in- und ausländischer Gäste die touristischen Angebote von Bundesländern, Regionen, Gemeinden oder auch größeren Städten sowie das Angebot von Hoteliers, Gastgebern, Restaurants und Freizeiteinrichtungen kontinuierlich zu verbessern und so das Reiseland Deutschland für Urlaubs- und Geschäftsreisende noch attraktiver zu gestalten.

Quellmarkt

Das Land, aus dem die Besucher (Tages- und Übernachtungsgäste) kommen, wird als Quellmarkt bezeichnet. Man unterscheidet zwischen dem inländischen Quellmarkt (Deutschland) und dem ausländischen Quellmarkt. Der wichtigste Quellmarkt für NRW sind die Niederlande, gefolgt von Belgien und dem Vereinigten Königreich.

Quotenstichprobe

Die Quotenstichprobe ist ein Verfahren der bewussten Auswahl, da die Stichprobe nach genau vorgegebenen Regeln ausgewählt wird. Die Teilnehmer werden aufgrund soziodemografischer Merkmale oder anderer Kriterien ausgewählt.

Die Quotierung erfolgt aufgrund gesicherter Erkenntnisse über Verteilungen in der Grundgesamtheit, um ein Abbild der Grundgesamtheit in der Stichprobe zu repräsentieren. Dieses Auswahlverfahren entspricht keiner reinen Zufallsauswahl.

Qualitativ

Als qualitative Merkmale bezeichnet man Merkmale, bei denen sich die Merkmalsausprägungen (Antworten) zwar eindeutig in Kategorien unterscheiden lassen, diese Antworten jedoch keinen mathematischen Wert annehmen können. Typische Beispiele für qualitative Daten sind Geschlecht, Religionszugehörigkeit oder Parteipräferenz. Für solche Merkmale kann lediglich ein Befragungsergebnis in Anteilen (x von 100%) wiedergegeben werden.

Quantitativ

Als quantitative Merkmale bezeichnet man Merkmalsausprägungen, deren Werte immer den gleichen Abstand haben (numerisch intervallskaliert). Typische Beispiele sind Körpergewicht, Einkommen oder der IQ-Wert. Für diese Merkmale können verschiedene mathematische Rechenoperationen durchgeführt werden, wie zum Beispiel die Errechnung eines Durchschnitts.

R

Real

Bei realen Größen handelt es sich um Mengen, die um verschiedene Faktoren und Effekte bereinigt sind, z.B. Nominallöhne werden um Preissteigerungen und/oder Inflation zu Reallöhnen umgerechnet.

Repräsentativität

Die Ergebnisse einer Stichproben-Erhebung, z.B. einer Befragung, sollen in der Regel repräsentativ für die zugrunde liegende Grundgesamtheit sein. Dies bedeutet, dass die ermittelten Werte ein wirklichkeitsgetreues Abbild der Grundgesamtheit zeigen.

Dafür muss die Erhebung einige Voraussetzungen erfüllen: Erstens muss die Grundgesamtheit eindeutig und klar definiert sein. Zweitens muss aus der Grundgesamtheit eine qualitativ hochwertige Zufallsstichprobe gezogen werden. Um dies sicher zu stellen, gibt es verschiedene Verfahren wie z.B. das „Random-Route“ oder „Last Birthday“-Verfahren, welche die zufällige Auswahl der Stichprobe sicherstellen.

Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können die Ergebnisse ein präzises (eben „repräsentatives“) Abbild der Grundgesamtheit liefern. Die so gewonnenen Aussagen lassen sich dann auf die Grundgesamtheit hochrechnen („Projektion“). Wie präzise die Ergebnisse der Stichproben-Erhebung die Grundgesamtheit beschreiben, hängt ganz wesentlich von der Zahl der Interviews ab. Je mehr Interviews, desto geringer die statistische Schwankungsbreite der Ergebnisse.

S

SPSS

„Statistical Package for the Social Sciences“ oder kurz „SPSS“, ist ein statistisches Rechenprogramm für einfache und gehobene Analysen quantitativer Daten. Das Programm wurde 1968 in den USA entwickelt und bis heute verfeinert. Es gehört zu den am weitesten verbreiteten Statistikprogrammen im sozialwissenschaftlichen Bereich. Man kann SPSS-Software heute getrost als Standardsoftware in zahlreichen Hochschulen, Unternehmen und Institutionen des öffentlichen Sektors bezeichnen.

Sekundärmärkte

Touristische Sekundärmärkte unterscheiden sich von den Primärmärkten durch signifikant niedrigere Statistiken, etwa Übernachtungen, Ankünfte oder Reiseausgaben. Die Unterscheidung beeinflusst v.a. das Marketing in den identifizierten Quellmärkten.

Sekundärmarktforschung

Die Analyse von Sekundärstatistiken beschäftigt sich mit der Auswertung bereits vorliegender Datenquellen wie beispielsweise die amtliche Statistik (Bund, Länder, Gemeinden), betriebsinterne Erhebungen oder Daten von Organisationen und Verbänden. Man erhebt die Daten demnach nicht selbst, sondern verwertet vorhandene Daten.

Statistisches Bundesamt Deutschland (destatis)

Das statistische Bundesamt mit Sitz in Wiesbaden, Bonn und Berlin ist zuständig dafür, statistische Informationen zu erheben, zu sammeln, aufzubereiten, darzustellen und zu analysieren. Die Informationen, die objektiv, unabhängig und qualitativ hochwertig sind, stehen allen zur Verfügung. Die Datenbank GENESIS des Statistischen Bundesamts stellt deutschlandweite touristische Daten zur Verfügung. Außerdem veröffentlicht das statistische Bundesamt jeden Monat Ergebnisse der Monatserhebung Tourismus.

Stichprobe

Die Stichprobe ist die zufällige oder nach bestimmten Kriterien getroffene Auswahl aus einer Grundgesamtheit. Ziel der nach bestimmten, statistischen Regeln zu treffenden Stichprobenauswahl ist es, repräsentative Aussagen über die Grundgesamtheit zu treffen. Stichproben werden in der Marktforschung, in der Meinungsforschung und der Wahlforschung gezogen, da sie gegenüber Totalerhebungen kostengünstiger und weniger fehleranfällig sind.

SWOT-Analyse

SWOT steht für Strengths-Weaknesses / Opportunities-Threats. Die SWOT-Analyse ist eine simple, aber aufschlussreiche Untersuchungsmethode, die Stärken und Schwächen der eigenen Organisation mit denen des wichtigsten Wettbewerbers vergleicht und die noch ungenutzten Potenziale zum Erzielen von Wettbewerbsvorteilen aufzeigt. Dabei beschreiben die Stärken und Schwächen interne Faktoren und die Chancen und Risiken / Gefahren externe.

T

Tagesausflug

Als Tagesausflug wird jedes Verlassen des Wohnumfeldes aus privaten Gründen bezeichnet, mit dem keine Übernachtung verbunden ist und das

• nicht als Fahrt von oder zur Schule, zum Arbeitsplatz, zur Berufsausübung vorgenommen wird,

• nicht als Einkaufsfahrt zur Deckung des täglichen Bedarfs dient (z.B. Lebensmittel) und

• nicht einer gewissen Routine oder Regelmäßigkeit unterliegt (z.B. regelmäßige Vereinsaktivitäten im Nachbarort, tägliche Krankenhausbesuche, Arztbesuche, Behördengänge, Gottesdienstbesuche).

Tagesgeschäftsreise

Als Tagesgeschäftsreise zählen alle Ortsveränderungen zur Wahrnehmung geschäftlicher Aufgaben, die über die Gemeindegrenze, in der sich der ständige Arbeitsplatz des Betroffenen befindet, hinausführen und nicht mit einer Übernachtung verbunden sind. Hierunter fallen jedoch nicht:

• Fahrten zum ständigen oder wechselnden Arbeitsplatz (z.B. Montage).

• Fahrten innerhalb der Arbeitsplatzgemeinde (z.B. so genannte „Dienstgänge“).

Tagesreise

Die Tagesreise ist der Überbegriff für Tagesausflug und Tagesgeschäftsreise. Dabei werden Tagesreisen mit privatem Motiv als Tagesausflug und mit geschäftlichem Motiv als Tagesgeschäftsreise bezeichnet. Hierbei handelt sich um eine Unterteilung, die bei allen Detailanalysen vorgenommen werden muss, weil sich beide Marktsegmente sehr stark unterscheiden.

Teilgesamtheit

Unter Teilgesamtheit wird die Teilmenge jeder Art einer Grundgesamtheit, z.B. Stichprobe i.w.S, verstanden.

Tourismusbarometer

Das Sparkassen-Tourismusbarometer wurde entwickelt vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr e.V. (dwif). Hauptziel ist eine permanente, aktuelle, problemorientierte und regionalisierte Beobachtung der Tourismusentwicklung in Form eines Monitoringsystems. Darüber hinaus soll das Tourismusbarometer in den nächsten Jahren systematisch zu einem Instrument der Zukunftsplanung weiterentwickelt werden. Generell bietet das Tourismusbarometer exklusive Kennzahlen, unabhängige Analysen und klare Empfehlungen:

• Jährliche Konjunkturanalysen über Umfang und Qualität des touristischen Angebots und der Nachfrage in den Ländern und Reisegebieten,

• Aussagen zur wirtschaftlichen Situation des Gastgewerbes,

• Daten zur wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus,

• Als einziges Marktforschungsinstrument stellt es Informationen zum Markterfolg von Tourismus- und Freizeiteinrichtungen (Wetterstationen) bereit,

• Analysen zukunftsträchtiger Marktsegmente mit ihren Risiken und Wachstumspotenzialen,

• Praxishilfen und Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit touristischer Anbieter.

Trend

Trend bezeichnet allgemein den zeitlich messbaren Verlauf einer Entwicklung in eine bestimmte, quantitativ zu- oder abnehmende und/oder qualitative Richtung. In wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Hinsicht sind Trends Veränderungen des Werte- und Verhaltensgefüges der Gesellschaft. In der Marktforschung wird damit die Veränderung und Entwicklung des Konsum- und Verbraucherverhaltens bezeichnet.

Trendanalysen

Die Aufgabe von Trendanalysen ist es, die Logik der Entwicklung von Märkten, Bedürfnissen, Meinungen und Motiven, aber auch von Werten, Gesellschaften und Kulturen zu verstehen und schlüssig zu erklären. Trendanalyse ist Grundlagenforschung und Voraussetzung um valide Prognosen erstellen zu können. Nur wenn man weiß, wie und nach welchen Spielregeln Entwicklungen erfolgen und welche Informationen dafür erforderlich sind, kann man auch fundierte Vorhersagen erstellen und im Ansatz entstehende Trends korrekt einschätzen.

Typologie der Wünsche

Die Typologie der Wünsche (TdW) ist eine Studie zum Konsumverhalten und zur Medienverwendung in Deutschland, in der die wichtigsten Einstellungen, Verhaltensweisen, der Kauf und die Verwendung von Produkten sowie die Mediennutzung erhoben werden. Die TdW liefert eine Markt- und Mediaanalyse für den zielgerichteten Werbemitteleinsatz und ermittelt ein tiefgehendes Werte- und Bedürfnisprofil der relevanten Zielgruppen. Auf Basis der Typologie der Wünsche wurden auch die im Masterplan Tourismus Nordrhein-Westfalen ausgewählten Zielgruppen definiert.

U

Übernachtung

Zahl der Übernachtungen von Gästen, die im Berichtszeitraum in einem Beherbergungsbetrieb ankamen oder seit dem vorherigen Berichtszeitraum dort noch anwesend waren.

V

Valide

Die Validität ist ein Kriterium für die Gültigkeit einer wissenschaftlichen Untersuchung und deren Ergebnissen.

Varianz / Standardabweichung

Die Varianz ist ein Streuungsmaß, welches die Verteilung von Werten um den Mittelwert kennzeichnet. Sie ist das Quadrat der Standardabweichung.

Visiting Friends and Relatives (VFR)

Erhalten Bewohner einer Destination Besuch von Verwandten und Freunden, so ist dies als VFR definiert. Je nach Fachquelle kann der VFR-Tourismus 40 – 50% der offiziellen, registrierten Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben betragen. Obwohl VFR-Touristen per Definition keine gewerblichen Übernachtungsumsätze erzielen, stellen einige Studien ihre wirtschaftliche Bedeutung für den Einzelhandel und somit indirekt für den Incoming-Tourismus heraus.

Vollerhebung

Bei einer Vollerhebung werden alle Individuen einer Grundgesamtheit in eine Untersuchung aufgenommen, beispielsweise direkt befragt (z. B. alle Besucher einer Veranstaltung). Es findet keine Auswahl in Form einer Stichprobe statt. Dies hat zum Vorteil, dass die Gesamtheit nach verschiedenen Gesichtspunkten beliebig weit aufgesplittet werden kann, da Daten über jedes Individuum vorliegen. Vollerhebungen sind in der Regel aber nur bei kleinen Grundgesamtheiten üblich, da eine vollständige Erfassung in vielen Fällen gar nicht möglich ist.

W

Werbeerfolgskontrolle

Wer wirbt, der möchte auch wissen, ob seine Werbung den gewünschten Erfolg hat. Zu diesem Zweck nimmt man eine Messung der aufgrund einer Werbemaßnahme erreichten Werbewirkung vor (z. B. durch Responseauswertung bei Mailings). Dabei unterscheidet man zwischen der Messung ökonomischer und nicht-ökonomischer Größen. Zu den ökonomischen Größen zählt der Umsatz oder auch der Gewinn, zu den nicht-ökonomischen Größen zählt das Image oder auch der Bekanntheitsgrad.

Z

Zielgruppenanalyse

Die Zielgruppenanalyse ist ein Mittel zur Bestimmung und Interpretation einer Zielgruppe. Die Identifikation von Zielgruppen ist wichtig für gezielte Öffentlichkeitsarbeit, da diese hinsichtlich ihrer Informationsinteressen in die kommunikativen Maßnahmen einbezogen werden müssen. Damit Zielgruppen direkt angesprochen werden und die Information vermittelt werden kann, sollten Zielgruppen mittels einer Analyse möglichst scharf differenziert und beschrieben werden. Für Nordrhein-Westfalen wurden mit dem Masterplan folgende Zielgruppen definiert: Junge Singles und Paare, Erwachsene Paare, Familien, Aktive Best-Ager, Bodenständige Best-Ager und Business-Gäste.

Zukunftsmärkte

Siehe Beobachtungsmärkte

Quellen: Statistisches Bundesamt, SDI-Research, Gesellschaft für Trend- und Wahlforschung mbH, Statista