Round Tables

Wissensaustausch und -transfer im Themenmanagement des Tourismus NRW e.V.

Round Tables

Wissensaustausch und -transfer im Themenmanagement des Tourismus NRW e.V.

Mit den 2020 ins Leben gerufenen Round Tables möchte Tourismus NRW den Wissensaustausch und –transfer innerhalb unterschiedlicher Teilbranchen des Tourismus voranbringen und die Vernetzung fördern. Insgesamt gibt es drei unterschiedliche Round Tables: einen zum Thema Kulturtourismus, einen weiteren zum Thema MICE sowie einen dritten zu den Themen Naturtourismus, Outdoor und Wellbeing. Jede der Runden findet etwa zweimal jährlich auf Einladung der zuständigen Themenmanager des Tourismus NRW statt, Teilnehmer sind Vertreter aus Städten, Regionen und Fachverbänden sowie inhaltlich passende Verbandsmitglieder und Akteure verwandter Branchen.

 

Ansprechpartner

Nina Dahlhaus

Teamleiterin Themenmanagement Natur- und Aktivtourismus, Gesundheitstourismus, Reisen für Alle

Völklinger Straße 4, 40219 Düsseldorf
Telefon: +49 (0) 211 91 320 -523
Telefax: +49 (0) 211 91 320 -555
E-Mail: dahlhaus@nrw-tourismus.de 

Jens Nieweg

Teamleiter Themenmanagement Kulturtourismus, Events, Genuss

Völklinger Straße 4, 40219 Düsseldorf
Telefon: +49 (0) 211 91 320 -516
Telefax: +49 (0) 211 91 320 -555
E-Mail: nieweg@nrw-tourismus.de

Veit Lawrenz

Themenmanager Businesstourismus

Völklinger Straße 4, 40219 Düsseldorf
Telefon: +49 (0)211 91 320 -525
Telefax: +49 (0) 211 91 320 -555
E-Mail: lawrenz@nrw-tourismus.de

Naturtourismus, Outdoor und Wellbeing

Naturtourismus in Corona-Zeiten: Möglichkeiten der Besucherlenkung

Beim ersten Round Table des Tourismus NRW zum Thema Naturtourismus, Outdoor und Wellbeing am 19. Mai 2020 beschäftigten sich die Teilnehmer, darunter Vertreter der Naturparke und Regionen in Nordrhein-Westfalen, mit dem Naturtourismus und hier insbesondere der Besucherlenkung in Corona-Zeiten. Dabei kamen die Teilnehmer zu dem Ergebnis, dass es verschiedene Möglichkeiten der Besucherlenkung gebe und jede Destination und Einrichtung die für sie passenden Möglichkeiten herausfinden und nutzen sollte. Hier einige Anregungen, welche Möglichkeiten bestehen:

 

  • In einem ersten Schritt muss das Problem erkannt werden: Gibt es zum Beispiel überfüllte Wanderwege oder Menschen, die beim Baden am See die Abstände nicht einhalten (können)?
  • Wo es möglich ist, können Beschränkungen der Besucherzahlen helfen, die beispielsweise durch Parkplatztickets an Wanderparkplätzen oder Aufsichtspersonal an Badeseen gesteuert werden.
  • Auch Einbahnstraßenlösungen wie etwa am Dortmunder Phoenixsee sind möglich, um Besuchern das Abstandhalten zu erleichtern.
  • Bei besonders beliebten Angeboten muss auch eine Schließung in Betracht gezogen werden, um zu große Menschenmengen zu verhindern.
  • Für Entzerrung der Besucherströme sorgen Alternativangebote, die neu geschaffen oder auch nur offensiv kommuniziert werden müssen. Die Alternativangebote sollten Besucher dabei von Hotspots zu unbekannteren Angeboten umlenken.
  • Teilweise reicht der Platz beispielsweise auf Wanderwegen für unter Gesundheitsaspekten sichere Besuche aus, allerdings fehlt die nötige Infrastruktur, um mehr Menschen als in normalen Zeiten den Besuch zu ermöglichen. Hier sind Überlegungen zur Schaffung zusätzlicher Parkangebote sinnvoll, beispielsweise auf einem örtlichen großen Parkplatz eines Unternehmens.
  • Für alles gilt: Einschränkungen, besondere Vorgaben, Alternativangebote oder auch neue Services müssen kommuniziert werden. Besucher müssen bereits bei der Planung ihres Ausflugs/ihrer Reise wissen, was sie erwartet, um Enttäuschungen zu verhindern bzw. um entsprechende Vorkehrungen treffen zu können.
  • Welche Prozesse auch immer entwickelt werden – sie sollten beobachtet und analysiert werden, um aus ihnen für die Zukunft zu lernen. Dabei ist ein Rückblick mit allen Stakeholdern und die Klärung der Fragen nötig, was geklappt hat und was nicht.
  • Für die Analyse, aber auch den aktuellen Betrieb, ist ein funktionierendes Datenmanagement wichtig. So können beispielsweise Auslastung und Besucherströme beobachtet und wichtige Daten etwa zu Einschränkungen oder geeigneten Besuchszeiten an Besucher weitergegeben werden. Im Nachhinein lassen sich Rückschlüsse auf das Funktionieren der Besucherlenkung ziehen.

Kulturtourismus

Museen und Corona – Chancen und Herausforderungen

Beim ersten Round Table des Tourismus NRW zum Thema Kulturtourismus am 14. Mai 2020 beschäftigten sich die Teilnehmer, darunter Vertreter von Museen, Landschaftsverbänden und Tourismusorganisationen, mit der Situation der Museen in und nach der Corona-Krise. Einige Erkenntnisse:

 

  • Die zu erwartende Konzentration auf Inlandsreisen und Tagesausflüge in die Umgebung bietet Museen die Chance, neue Besuchergruppen zu erreichen. Dabei helfen könnten Angebotskombinationen aus Natur- und Kulturerlebnissen.
  • Digitale Angebote wie virtuelle Führungen oder Werkvorstellungen werden je nach Nutzergruppe sehr gut angenommen. Sie sollten auch künftig eine Rolle in Ausstellungen sowie in der Vermarktung spielen, allerdings nicht den analogen Museumsbesuch ersetzen.
  • Online-Ticketing insbesondere in Kombination mit festgelegten Besuchszeitfenstern bietet Möglichkeiten zum Monitoring und zur Besucherlenkung und könnte auch in der Nach-Corona-Zeit ein sinnvolles Angebot sein – sowohl für Besucher als auch für die Museen selbst. Die Beschäftigung mit dem Thema ist in jedem Fall sinnvoll.
  • Bei barrierefreien Angeboten stehen Museen aktuell vor besonderen Herausforderungen u.a. wegen der Pflicht zum Mund-Nase-Bedecken. Eine mögliche Lösung für Gebärdensprachen-Führungen könnte das Tragen von Visiermasken beim Gebärdendolmetschen sein.
  • Insgesamt gilt: Das Marketing muss insbesondere in Krisenzeiten flexibler werden, um schnell auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können.

Businesstourismus

Hybride Veranstaltungen

Beim Herbst-Round-Table des Tourismus NRW zum Thema MICE-Land NRW am 3. September 2020 befassten sich Vertreter von Conventionbüros und der Historischen Stadthalle Wuppertal unter anderem mit hybriden Veranstaltungen, also einer Mischform aus digitalem und Vor-Ort-Event. Dabei werden analoge Events durch digitale Technologien wie Streaming, Social Media und Apps erweitert, sodass auch Teilnehmer, die nicht vor Ort sind, partizipieren können. Zu den Vorteilen solcher Veranstaltungen gehört, dass sie nicht ortsgebunden sind, sich der Aufwand durch wegfallende Dienstreisen für einige Teilnehmer also reduziert und gleichzeitig die Reichweite erhöht wird. Zudem können die Events  aufgezeichnet und später als Video-on-Demand vermarktet werden. Und auch Ressourceneinsparung ist möglich etwa dadurch, dass weniger Programmhefte oder Namensschilder gedruckt und für weniger Teilnehmer Essen bereitgestellt werden muss.

Spezielle Empfehlungen für Akteure, die ein solches Event planen:

  • Auswahl geeigneter Räume (schallisoliert, gute Ausleuchtung)
  • Auswahl sehr guter Technik (Bild- und Tonqualität, stabile Internetverbindung)
  • abwechslungsreiches Programm entwickeln (besonders wichtig, um auch virtuelle Teilnehmer nicht zu verlieren)
  • gute Sprecher mit spannenden Themen auswählen (ebenfalls besonders wichtig, um auch virtuelle Teilnehmer nicht zu verlieren)
  • genügend Pausen einplanen (vor Ort z.B. Kaffeepause, bei virtuellen Teilnehmern für geeignetes Pausenprogramm sorgen z.B. Imagefilm oder Interviews und ggf. vorab ein Lunchpaket zuschicken)
  • interaktive Elemente einbauen, damit zum Beispiel alle Teilnehmer Fragen an den Sprecher richten können und Präsentationen eingesehen werden können
  • zwei korrespondierende Regiepläne ausarbeiten (was passiert in welcher Minute) und in einer Generalprobe testen

 

 

MICE-Land NRW: Handlungsmöglichkeiten in der Krise

Beim ersten Round Table des Tourismus NRW zum Thema MICE-Land NRW am 24. April 2020 diskutierten Vertreter von Conventionbüros und der Historischen Stadthalle Wuppertal darüber, was Conventionbüros und Betriebe tun können, um trotz Corona-Krise am Markt aktiv zu bleiben. Einige Empfehlungen:

 

  • Sichtbar bleiben! Insbesondere über Social-Media-Kanäle Content verbreiten und mit anderen im Austausch bleiben
  • Virtuelle Führungen durch Locations anbieten, um physische Besichtigungen zu ersetzen
  • Kontakt zu Veranstaltungsplanern aufnehmen und die Bedürfnisse abfragen, um Beziehungen aufrecht zu erhalten und in der Lockerungsphase direkt von den abgefragten Informationen profitieren zu können
  • An virtuellen Messen und Events teilnehmen
  • Regelmäßige Videokonferenzen zwischen Anbietern etablieren, um von Erfahrungen gegenseitig zu profitieren.