Round Tables

Wissensaustausch und -transfer im Themenmanagement des Tourismus NRW e.V.

Round Tables

Wissensaustausch und -transfer im Themenmanagement des Tourismus NRW e.V.

Mit den 2020 ins Leben gerufenen Round Tables möchte Tourismus NRW den Wissensaustausch und –transfer innerhalb unterschiedlicher Teilbranchen des Tourismus voranbringen und die Vernetzung fördern. Insgesamt gibt es vier unterschiedliche Round Tables: einen zum Thema Kulturtourismus, einen weiteren zum Thema MICE, einen dritten zu den Themen Naturtourismus, Outdoor und Wellbeing sowie zum Thema Incoming. Jede der Runden findet etwa zweimal jährlich auf Einladung der zuständigen Themenmanager des Tourismus NRW statt, Teilnehmer sind Vertreter aus Städten, Regionen und Fachverbänden sowie inhaltlich passende Verbandsmitglieder und Akteure verwandter Branchen.

 

Ansprechpersonen

Nina Dahlhaus

Teamleiterin Themenmanagement Natur- und Aktivtourismus, Gesundheitstourismus, Reisen für Alle

Telefon: +49 (0) 211 91 320 -523
E-Mail: dahlhaus@nrw-tourismus.de 

Jens Nieweg

Teamleiter Themenmanagement Kulturtourismus, Events, Genuss

Telefon: +49 (0) 211 91 320 -516
E-Mail: nieweg@nrw-tourismus.de

Veit Lawrenz

Themenmanager Businesstourismus

Telefon: +49 (0)211 91 320 -525
E-Mail: lawrenz@nrw-tourismus.de

Naturtourismus, Outdoor und Wellbeing

Outdoor-Plattformen im Tourismus

Beim vierten Round Table des Tourismus NRW zum Thema Naturtourismus, Outdoor und Wellbeing am 6. Oktober 2021 beschäftigten sich die Teilnehmer mit der Zusammenarbeit touristischer Akteur:innen mit den großen touristischen Outdoor-Plattformen wie Komoot und Outdooractive. Prinzipiell bewerteten sie diese als gut. Differenzierter gesehen gibt es jedoch durchaus Vor- und Nachteile der Plattformen:

Vorteile:

  • Die Reichweite für den eigenen Content kann durch externe Partner wie die großen Outdoor-Plattformen enorm gesteigert werden.
  • Durch sogenannte Collections ist sowohl bei Komoot als auch bei Outdooractive die gezielte Ansprache spezieller Zielgruppen möglich.
  • Durch eigenen Content ist eine Besucherlenkung möglich, zudem kann die Qualität der Touren und damit das Erlebnis der Gäste gewährleistet werden.
  • Der zusätzlich auf den Plattformen angebotene User generated Content sorgt für Authentizität und Aktualität und schafft Geheimtipps und kostenlose Werbung für die Destinationen.
  • Die Plattformen bieten konkrete Ansprechpartner für die Destinationen.
  • Der Radbereich wird bei Komoot als stärker eingeschätzt.

Nachteile:

  • Content für die Plattformen bereitzustellen, die Qualität zu prüfen und aufrechtzuerhalten, bedeutet finanziellen und personellen Aufwand.
  • Der zusätzlich auf den Plattformen angebotene User generated Content schafft Probleme, wenn sich User nicht an Regeln halten, etwa Touren abseits des Weges durch Naturschutzgebiete einstellen. Auch die Qualität kann unter User generated Content leiden. Beim Thema Naturschutz könnte der gemeinnützige Verein Digitize the Planet Abhilfe schaffen, der viele Akteure aus den Bereichen Outdoor-Sport, Naturschutz und den Destinationen zusammenbringt. Sein Ziel ist die Digitalisierung aller relevanten Vorschriften, einschließlich der Gesetze und lokalen Regeln für die Nutzung in der Natur.
  • Angebotspakete werden teilweise als zu starr wahrgenommen.

Großer Wunsch war zudem eine stärkere Koordinierung der Belange der Destinationen auf verschiedenen Ebenen.

 

 

Nachhaltigkeit im Tourismus

Der dritte Round Table des Tourismus NRW zum Thema Naturtourismus, Outdoor und Wellbeing beschäftigte sich mit dem Thema Nachhaltigkeit im Tourismus und fand als zweiteilige Veranstaltung statt. Am 30. März 2021 stellten vier externe Teilnehmer ihre Nachhaltigkeitsansätze vor: Die DZT berichtete über ihre internen Nachhaltigkeitsbemühungen und Maßnahmen, um Deutschland als nachhaltiges Reiseziel bekannter zu machen.  Winterberg stellte sich als erste Destination in Nordrhein-Westfalen mit Nachhaltigkeitszertifizierung vor und das Hotel Astenkrone zeigte Nachhaltigkeitsansätze auf Leistungsträgerebene auf. Darüber hinaus wurde das Projekt Katzensprung des Verbands der Deutschen Naturparke präsentiert, bei dem es um nachhaltige Produktentwicklung in deutschen Naturparken geht. Im zweiten Teil am 13. April präsentierten Teilnehmer des Round Tables, zu denen Vertreter der Naturparke und Regionen in Nordrhein-Westfalen gehören, weitere Best-Practice-Beispiele aus dem Tourismus.

Einige Erkenntnisse aus den beiden Terminen:

  • Auch aufgrund der Corona-Pandemie ändert sich das Bewusstsein der Gäste. Nachhaltigkeit und bewusstes Reisen werden dadurch wichtiger.
  • Problem im Deutschlandtourismus: Gäste können nachhaltige Angebote nur schwer finden.
  • Nachhaltigkeit beginnt auf der lokalen Ebene bei den Leistungsträgern.
  • Aus Destinationssicht ist es wichtig, die Leistungsträger vor Ort in die Entwicklung hin zur nachhaltigen Destination einzubeziehen.
  • Entscheidend ist, dass Nachhaltigkeit von innen heraus gelebt und umgesetzt wird.
  • Bei der Implementierung nachhaltiger Prozesse und Angebote müssen die individuellen Gegebenheiten eines Unternehmens oder einer Destination berücksichtigt werden.
  • Bereits kleine Anstrengungen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit können eine Wirkung erzielen.

Spannende nachhaltige touristische Angebote in Nordrhein-Westfalen, die aktuell geplant sind, sind beispielsweise die Trinkwasserstationen entlang des Ruhrtalradwegs und die Klimaerlebniswelt Oerlinghausen. Ein bereits umgesetztes Angebot für nachhaltiges Reisen im Land sind die Trekkingplätze in der Eifel. Außerhalb Nordrhein-Westfalens liegende Best-Practice-Beispiels sind beispielsweise Klima Arena Sinsheim, die GreenLine Hotels, das nachhaltige Konzept der Stadt Wien, das Bio- und Nationalpark Refugium Schmilka in Sachsen oder allgemein Tiny Houses, die sich auf das Nötigste beschränken und daher nur wenig Platz benötigen.

Tourismus NRW hat diverse E-Learning-Videos zum Thema Nachhaltigkeit erstellen lassen, die Unternehmen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit in unterschiedlichen Bereichen unterstützen. Zu finden sind die Videos in der Infothek auf dem Branchenportal des Verbands unter www.touristiker-nrw.de (etwas runterscrollen).

 

 

Digitale Anwendungen im Natur- und Aktivtourismus

Der zweite Round Table des Tourismus NRW zum Thema Naturtourismus, Outdoor und Wellbeing am 2. Dezember 2020 beschäftigte sich mit dem Thema digitale Anwendungen. Ruhr Tourismus stellte dabei einen digitalen Leitfaden zur Römer-Lippe-Route, der Nationalpark Eifel zeigte Beispiele für die digitale Erhebung und Auswertung von Daten im Nationalpark. Einige Erkenntnisse aus den Präsentationen:

 

  • Digitale Anwendungen für Radwege bieten Mehrwerte, im Vordergrund sollte aber trotzdem weiterhin das Radfahrerlebnis selbst stehen.
  • Digitale Dienste können über das Smartphone angeboten werden, sodass keine technischen Leihgeräte nötig sind. Allerdings muss gleichzeitig bedacht werden, dass Basisinfos auch anderweitig zur Verfügung stehen sollten, da ein Teil der Gäste über kein Smartphone verfügt.
  • Open Data und die Beteiligung vieler Einrichtungen und Anbieter ist Voraussetzung dafür, dass Gästen umfangeiche und aktuelle Informationen zur Verfügung gestellt werden können.
  • Im Radtourismus dominieren aktuell Informationsangebote wie Wettervorhersagen, Routenführung, Informationen zu Gastbetrieben etc. Weiterführende Angebote wie Virtual Reality oder Spiele werden aktuell wenig angeboten und nachgefragt. Ein Boom wird hier jedoch erwartet.
  • Besucherzahlen, die erfasst werden, können sowohl zur Besucherlenkung als auch zur Optimierung des Personaleinsatzes genutzt werden.
  • Um Besuchszahlen zu steuern, kann mithilfe digitaler Anwendungen über die aktuelle Nachfrage informiert werden, sodass Gäste gegebenenfalls frühzeitig alternative Orte ansteuern können. Dadurch wird Frust bei Einheimischen und Gästen durch überfüllte Wege oder Einrichtungen, zugeparkte Straßen sowie lange Wartezeiten vorgebeugt. Um für bessere Auslastung in weniger beliebten Zeiten zu sorgen, können zudem empfehlenswerte Besuchszeiten angegeben werden.
  • Mithilfe digitaler Anwendungen können auch Besuchszahlen abgeschätzt und anhand dessen Routings angepasst werden.
  • Über digitale Anwendungen können Gäste in das Wegemanagement eingebunden werden. Ideal ist dabei eine Lösung, die Mängelmeldungen direkt von unterwegs erlaubt.

 

Naturtourismus in Corona-Zeiten: Möglichkeiten der Besucherlenkung

Beim ersten Round Table des Tourismus NRW zum Thema Naturtourismus, Outdoor und Wellbeing am 19. Mai 2020 beschäftigten sich die Teilnehmer, darunter Vertreter der Naturparke und Regionen in Nordrhein-Westfalen, mit dem Naturtourismus und hier insbesondere der Besucherlenkung in Corona-Zeiten. Dabei kamen die Teilnehmer zu dem Ergebnis, dass es verschiedene Möglichkeiten der Besucherlenkung gebe und jede Destination und Einrichtung die für sie passenden Möglichkeiten herausfinden und nutzen sollte. Hier einige Anregungen, welche Möglichkeiten bestehen:

 

  • In einem ersten Schritt muss das Problem erkannt werden: Gibt es zum Beispiel überfüllte Wanderwege oder Menschen, die beim Baden am See die Abstände nicht einhalten (können)?
  • Wo es möglich ist, können Beschränkungen der Besucherzahlen helfen, die beispielsweise durch Parkplatztickets an Wanderparkplätzen oder Aufsichtspersonal an Badeseen gesteuert werden.
  • Auch Einbahnstraßenlösungen wie etwa am Dortmunder Phoenixsee sind möglich, um Besuchern das Abstandhalten zu erleichtern.
  • Bei besonders beliebten Angeboten muss auch eine Schließung in Betracht gezogen werden, um zu große Menschenmengen zu verhindern.
  • Für Entzerrung der Besucherströme sorgen Alternativangebote, die neu geschaffen oder auch nur offensiv kommuniziert werden müssen. Die Alternativangebote sollten Besucher dabei von Hotspots zu unbekannteren Angeboten umlenken.
  • Teilweise reicht der Platz beispielsweise auf Wanderwegen für unter Gesundheitsaspekten sichere Besuche aus, allerdings fehlt die nötige Infrastruktur, um mehr Menschen als in normalen Zeiten den Besuch zu ermöglichen. Hier sind Überlegungen zur Schaffung zusätzlicher Parkangebote sinnvoll, beispielsweise auf einem örtlichen großen Parkplatz eines Unternehmens.
  • Für alles gilt: Einschränkungen, besondere Vorgaben, Alternativangebote oder auch neue Services müssen kommuniziert werden. Besucher müssen bereits bei der Planung ihres Ausflugs/ihrer Reise wissen, was sie erwartet, um Enttäuschungen zu verhindern bzw. um entsprechende Vorkehrungen treffen zu können.
  • Welche Prozesse auch immer entwickelt werden – sie sollten beobachtet und analysiert werden, um aus ihnen für die Zukunft zu lernen. Dabei ist ein Rückblick mit allen Stakeholdern und die Klärung der Fragen nötig, was geklappt hat und was nicht.
  • Für die Analyse, aber auch den aktuellen Betrieb, ist ein funktionierendes Datenmanagement wichtig. So können beispielsweise Auslastung und Besucherströme beobachtet und wichtige Daten etwa zu Einschränkungen oder geeigneten Besuchszeiten an Besucher weitergegeben werden. Im Nachhinein lassen sich Rückschlüsse auf das Funktionieren der Besucherlenkung ziehen.

 

 

Kulturtourismus

Nach dem Lockdown: Aufbruch in eine neue Normalität

Der dritte Round Table des Tourismus NRW zum Thema Kulturtourismus beschäftigte sich mit der schrittweisen Öffnung von Kultureinrichtungen, dem Reiseverhalten von Kulturreisenden und neuen Perspektiven für die Branche. Am 1. Juli sprachen Vertreter:innen von Museen, Landschaftsverbänden und Tourismusorganisationen aus Nordrhein-Westfalen gemeinsam darüber, wie ein erfolgreicher Neustart gelingen kann. Erfolge und Rückschläge der vergangenen Monate wurden miteinander besprochen, die Zukunft digitaler wie hybrider Angebote diskutiert. Hier ein Überblick über die gewonnenen Erkenntnisse:

 

  • Die Besucherzahlen in den Kulturhäusern sind derzeit fast überall noch auf einem niedrigen Niveau. Der Andrang, der nach den Öffnungen im März und Mai 2021 vor allem in den großen Einrichtungen verzeichnet werden konnte, ist rückläufig. Aktuelle Studien aus der Marktforschung lassen die Institutionen jedoch hoffen, dass in den kommenden Monaten wieder mit einem deutlichen Besucherstrom zu rechnen ist. Das Interesse an Kultur ist bei NRW-Reisenden ungebrochen groß. Das Sicherheitsempfinden, ins Museum zu gehen, nimmt seit Beginn des Jahres stetig zu.
  • Die Kultureinrichtungen, Verbände und Tourismusorganisationen weiten ihre Reichweite über ihre digitalen Angebote aus, die sie im vergangenen Jahr erweitert oder neu geschaffen haben. Mit virtuellen Führungen etwa sprechen die Akteure neue Zielgruppen an. Wichtig für den anhaltenden Erfolg der Formate ist aber ein Mehrwert zum analogen Besuch. Dann können die Angebote nach Einschätzung der Fachleute auch etwas kosten. Von einem rentablen Model ist letztendlich aber nur auszugehen, wenn verschiedene Onlinewelten auf einer gemeinsamen Plattform gebündelt werden.
  • Fest steht: Der Ausbau des Digitalen ist mehr als reines Mittel zum Zweck, Reisende für das physische Angebot zu begeistern. Normale, digitale und hybride Formate gehen derweil einher und stehen nicht mehr in Konkurrenz zueinander.
  • Auf die Frage, wie digitale Besucherzahlen richtig evaluiert werden sollen, suchen die Kulturstätten und Organisationen noch eine Antwort. In naher Zukunft müssen Benutzerforschung und -profilierung nach Meinung der Fachleute weiter ausgebaut werden. Nötige Kapazitäten, Ressourcen und Mittel fehlen aber bisher.
  • Obwohl viele Kulturstätten und Verbände in Nordrhein-Westfalen die vergangenen Monate genutzt haben, um ihre Netzwerke auszubauen, besteht weiterhin das Bedürfnis, neue Kooperationen einzugehen. Denn Netzwerke haben sich in der Krise als besonders nützlich erwiesen. Sie wurden zum Austausch, aber auch zur konkreten Entwicklung neuer Angebote genutzt.

 

Lehren aus der Krise: Kulturarbeit in Corona-Zeiten

Am 9. und 10. Dezember richtete der Tourismus NRW zwei Round Table-Sitzungen zum Thema Kulturtourismus aus. Die Teilnehmer, darunter Vertreter von Museen, Festivals, Landschaftsverbänden und Tourismusorganisationen, tauschten sich bei den Treffen über Rückschläge und Perspektiven in der Corona-Krise aus. Sie diskutierten über erfolgreiche Maßnahmen, neue Konzepte und digitale Angebote, die im vergangenen Jahr umgesetzt werden konnten, sowie über Aussichten für das Jahr 2021. Hier einige Erkenntnisse aus den Gesprächsrunden:

 

  • Viele Kulturhäuser und Tourismusorganisationen in Nordrhein-Westfalen nutzten die Corona-Krise nicht nur, um neue Zielgruppen zu erschließen, sondern auch, um Netzwerke zu anderen Institutionen und in die Politik auszubauen. Dies kann dabei helfen, Positionen gemeinsam mehr Nachdruck zu verleihen oder auch neue Angebote entstehen zu lassen. Durch Austausch können die Institutionen zudem voneinander lernen.
  • Die drei Leitprinzipien „digital, partizipativ und live“ setzen sich immer mehr durch. Unter anderem setzen Häuser verstärkt auf Museums-Apps, Werkpräsentationen in Kunstportalen, Live-Führungen in Social-Media-Netzwerken, Digitale Guides und Podcasts als Vermittlungsangebote. Bisher unbeachtete Sammlungsbestände können online neu in Szene gesetzt werden. Besuchern wie Künstlern ist es zudem über eine Seite in partizipativen Museumsplattformen möglich, sich aktiv an der Ausstellungsplanung und -gestaltung zu beteiligen. In der digitalen Vermarktung sollten die Inhalte innovativ und tagesaktuell sein, um bei den Nutzern anzukommen.
  • Agiles Arbeiten wird zunehmend wichtiger, um flexibel und rasch auf sich ändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können. Interne Organisationsstrukturen müssen sich dafür wandeln, und ggf. neue Arbeitsplätze geschaffen und Stellen angepasst werden.

 

 

Museen und Corona – Chancen und Herausforderungen

Beim ersten Round Table des Tourismus NRW zum Thema Kulturtourismus am 14. Mai 2020 beschäftigten sich die Teilnehmer, darunter Vertreter von Museen, Landschaftsverbänden und Tourismusorganisationen, mit der Situation der Museen in und nach der Corona-Krise. Einige Erkenntnisse:

 

  • Die zu erwartende Konzentration auf Inlandsreisen und Tagesausflüge in die Umgebung bietet Museen die Chance, neue Besuchergruppen zu erreichen. Dabei helfen könnten Angebotskombinationen aus Natur- und Kulturerlebnissen.
  • Digitale Angebote wie virtuelle Führungen oder Werkvorstellungen werden je nach Nutzergruppe sehr gut angenommen. Sie sollten auch künftig eine Rolle in Ausstellungen sowie in der Vermarktung spielen, allerdings nicht den analogen Museumsbesuch ersetzen.
  • Online-Ticketing insbesondere in Kombination mit festgelegten Besuchszeitfenstern bietet Möglichkeiten zum Monitoring und zur Besucherlenkung und könnte auch in der Nach-Corona-Zeit ein sinnvolles Angebot sein – sowohl für Besucher als auch für die Museen selbst. Die Beschäftigung mit dem Thema ist in jedem Fall sinnvoll.
  • Bei barrierefreien Angeboten stehen Museen aktuell vor besonderen Herausforderungen u.a. wegen der Pflicht zum Mund-Nase-Bedecken. Eine mögliche Lösung für Gebärdensprachen-Führungen könnte das Tragen von Visiermasken beim Gebärdendolmetschen sein.
  • Insgesamt gilt: Das Marketing muss insbesondere in Krisenzeiten flexibler werden, um schnell auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können.

 

 

Businesstourismus

Verbände als Zielgruppe

Mit Verbänden als Zielgruppe für Tagungsorte haben sich im September 2021 die Teilnehmenden des vierten MICE-Round-Tables des Tourismus NRW beschäftigt. Bei der Veranstaltung im Haus Erholung in Mönchengladbach ging es unter anderem um die Fragen, was Verbände als Zielgruppe attraktiv macht und wie sie zu erreichen sind:

 

  • Verbände bestimmen den deutschen Tagungsmarkt maßgeblich: Jede dritte Veranstaltung in Deutschland wird von einem Verband ausgerichtet.
  • Der Umsatz durch Verbändeveranstaltungen liegt jährlich bei über 28 Milliarden Euro.
  • Verbände sind laut Satzung beispielsweise zu Gremiensitzungen verpflichtet. Auch während der Corona-Pandemie fanden daher viele Veranstaltungen von Verbänden weiterhin statt.
  • Wer Verbände erreichen will, kann passende Ansprechpersonen entweder selbst recherchieren und sich mit der Zeit ein tragfähiges Netzwerk aufbauen oder auf die Unterstützung von auf Verbände spezialisierten Veranstaltungsplanerinnen und –planern zurückgreifen.

 

 

Zukunft der Tagungsorte

Mit der Zukunft von Tagungsorten und Businessveranstaltungen haben sich am 19. März Vertreter von Conventionbüros in Nordrhein-Westfalen, der Historischen Stadthalle Wuppertal und der Lindner Hotels beschäftigt. Beim ersten Round Table des Tourismus NRW zum MICE-Land Nordrhein-Westfalen im Jahr 2021 diskutierten die Teilnehmer über die Frage „Hybrid/digital oder physisch/analog – Wie müssen sich Tagungshotels und –locations künftig aufstellen?“ Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Nach einhelliger Meinung der Round-Table-Teilnehmenden werden Veranstaltungen künftig wieder physisch stattfinden, sie müssen allerdings einen Mehrwert für die Veranstaltungsteilnehmenden bringen und durch hybride Werkzeuge ergänzt werden.
  • Von Anbietern wird erwartet, dass sie nicht nur Spezialisten ihrer Location sind, sondern auch Fachwissen im Bereich Meeting-Konzeption mitbringen und dieses nutzen, um die bestmöglichen Empfehlungen im Zusammenhang mit den besonderen Gegebenheiten ihrer Location zu geben.
  • Um erfolgreich zu sein, ist eine Spezialisierung des Veranstaltungsorts beziehungsweise des Anbieters zu empfehlen.
  • Erreichbarkeit und Preis-Leistungsverhältnis werden auch künftig eine wichtige Rolle für die Veranstaltungsplanenden spielen, aber auch Stimmung und Atmosphäre sind wichtig für die Standortauswahl. Daher ist die Schaffung flexibler und vor allem kreativer Räumlichkeiten Grundvoraussetzung für Erfolg. Vorbild können hier Coworking oder Coliving Spaces sein – das Gegenteil von sterilen Konferenzräumen.
  • Um die Tagung zum Erlebnis werden zu lassen, kommt auch dem Thema Kulinarik eine wichtige Rolle zu.
  • Technik spielt bei allen Veranstaltungsformen eine gewisse Rolle, gerade in Bezug auf virtuelle beziehungsweise hybride Veranstaltungen ist eine enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Technikdienstleistenden jedoch unerlässlich.
  • Im Bereich Marketing sind in den Webauftritt integrierte virtuelle Touren durch die Veranstaltungsräumlichkeiten sowie professionelles Storytelling auf den Social-Media-Kanälen zu empfehlen.

 

 

Hybride Veranstaltungen

Beim Herbst-Round-Table des Tourismus NRW zum Thema MICE-Land NRW am 3. September 2020 befassten sich Vertreter von Conventionbüros und der Historischen Stadthalle Wuppertal unter anderem mit hybriden Veranstaltungen, also einer Mischform aus digitalem und Vor-Ort-Event. Dabei werden analoge Events durch digitale Technologien wie Streaming, Social Media und Apps erweitert, sodass auch Teilnehmer, die nicht vor Ort sind, partizipieren können. Zu den Vorteilen solcher Veranstaltungen gehört, dass sie nicht ortsgebunden sind, sich der Aufwand durch wegfallende Dienstreisen für einige Teilnehmer also reduziert und gleichzeitig die Reichweite erhöht wird. Zudem können die Events  aufgezeichnet und später als Video-on-Demand vermarktet werden. Und auch Ressourceneinsparung ist möglich etwa dadurch, dass weniger Programmhefte oder Namensschilder gedruckt und für weniger Teilnehmer Essen bereitgestellt werden muss.

Spezielle Empfehlungen für Akteure, die ein solches Event planen:

  • Auswahl geeigneter Räume (schallisoliert, gute Ausleuchtung)
  • Auswahl sehr guter Technik (Bild- und Tonqualität, stabile Internetverbindung)
  • abwechslungsreiches Programm entwickeln (besonders wichtig, um auch virtuelle Teilnehmer nicht zu verlieren)
  • gute Sprecher mit spannenden Themen auswählen (ebenfalls besonders wichtig, um auch virtuelle Teilnehmer nicht zu verlieren)
  • genügend Pausen einplanen (vor Ort z.B. Kaffeepause, bei virtuellen Teilnehmern für geeignetes Pausenprogramm sorgen z.B. Imagefilm oder Interviews und ggf. vorab ein Lunchpaket zuschicken)
  • interaktive Elemente einbauen, damit zum Beispiel alle Teilnehmer Fragen an den Sprecher richten können und Präsentationen eingesehen werden können
  • zwei korrespondierende Regiepläne ausarbeiten (was passiert in welcher Minute) und in einer Generalprobe testen

 

 

MICE-Land NRW: Handlungsmöglichkeiten in der Krise

Beim ersten Round Table des Tourismus NRW zum Thema MICE-Land NRW am 24. April 2020 diskutierten Vertreter von Conventionbüros und der Historischen Stadthalle Wuppertal darüber, was Conventionbüros und Betriebe tun können, um trotz Corona-Krise am Markt aktiv zu bleiben. Einige Empfehlungen:

 

  • Sichtbar bleiben! Insbesondere über Social-Media-Kanäle Content verbreiten und mit anderen im Austausch bleiben
  • Virtuelle Führungen durch Locations anbieten, um physische Besichtigungen zu ersetzen
  • Kontakt zu Veranstaltungsplanern aufnehmen und die Bedürfnisse abfragen, um Beziehungen aufrecht zu erhalten und in der Lockerungsphase direkt von den abgefragten Informationen profitieren zu können
  • An virtuellen Messen und Events teilnehmen
  • Regelmäßige Videokonferenzen zwischen Anbietern etablieren, um von Erfahrungen gegenseitig zu profitieren.