Im LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim wird heiße Glasmasse geformt

16.12.2015

Manuelle Glasfertigung ist immaterielles Kulturerbe

In der Glashütte Gernheim erleben Museumsbesucher dieses Handwerk an einem Originalschauplatz

Autor: Silke Dames

Die manuelle Glasfertigung, so wie sie noch im Museum Glashütte Gernheim in Petershagen betrieben wird, ist von der Deutschen Unesco-Kommission als immaterielles Kulturerbe klassifiziert worden. Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hatte gemeinsam mit der Glashütte Lamberts im bayerischen Waldsassen und dem Glasstudio und Museum Baruther Glashütte in Brandenburg die Bewerbung eingereicht, um diese aussterbende Handwerkstechnik vor dem Verlust zu bewahren.

In der Glashütte Gernheim im Teutoburger Wald erleben Museumsbesucher diese historische Glasfertigung an einem Originalschauplatz: Im Gernheimer Glasturm von 1826, einem der letzten beiden erhaltenen Gebäude dieser Art in Deutschland, stellen Glasmacher täglich aus glühender Glasmasse mit Pfeife, Holzform und Schere Gefäße her. Gleich nebenan werden die Gläser durch Schliff und Gravur vor den Augen der Besucher veredelt.

Ein Expertenkomitee bei der Deutschen Unesco-Kommission hat die „manuelle Glasfertigung“ gemeinsam mit sechs weiteren Kulturformen als immaterielles Kulturerbe in eine nationale Liste aufgenommen. Diese Aufnahme in ein nationales Verzeichnis ist Voraussetzung, um eine kulturelle Ausdrucksform für die internationalen Unesco-Listen des immateriellen Kulturerbes vorzuschlagen. Über die erste deutsche Nominierung – „Idee und Praxis der Organisation gemeinsamer Interessen in Genossenschaften“ – wird der Zwischenstaatliche Ausschuss der Unesco im November/Dezember 2016 entscheiden. Auch der Rheinische Karneval soll immaterielles Weltkulturerbe werden und findet sich bereits in der bundesweiten Liste.

Internet: www.unesco.de | www.glashuette-gernheim.de

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