Rekonstruktion des ältesten Waldes der Welt

26.08.2015

Landesausstellung zeigt Sensationsfund aus dem ältesten Wald der Welt

Die Bäumchen wuchsen vor rund 390 Millionen Jahren im Bergischen Land

Autor: Silke Dames

Der vermutlich älteste Wald der Erde stand einst im bergischen Lindlar in Nordrhein-Westfalen. Dies belegen archäologische Funde der ältesten bisher ausgegrabenen baumförmigen Pflanzen, die 2008/2009 in der Nähe des Städtchens geborgen wurden. Vom 5. September 2015 bis 3. April 2016 sind die Sensationsfunde in der Archäologischen Landesausstellung NRW im LVR-LandesMuseum Bonn zu sehen. Die nun versteinertern Bäumchen wuchsen vor rund 390 Millionen Jahren auf einer Sandinsel in einem ausgedehnten Flachmeer und wurden wahrscheinlich durch einen Tsunami ins Meer gespült, mit Sand und Schlamm überdeckt und so bis heute konserviert. Neben den Pflanzen aus dem Mitteldevon werden weitere Highlight-Funde aus den letzten fünf Jahren archäologischer Forschungen in NRW gezeigt.

Als zweiten Schwerpunkt legt die Schau ihren Fokus auf die Jungsteinzeit, das Neolithikum, einer der wichtigsten Epochen der Menschheitsgeschichte. Vor rund 12.000 Jahren begann der Mensch damit, massiv in seine Umwelt einzugreifen und sie zu gestalten; er schuf Ackerflächen, betrieb Viehzucht und errichtete feste Siedlungen. Herausragende Exponate und neue Forschungsergebnisse geben Auskunft über die vielschichtigen Prozesse dieses grundlegenden gesellschaftlichen Wandels und lassen spannende Bezüge zu unserer modernen Lebensweise von Heute erkennen. Unter der Überschrift „Revolution jungSteinzeit“ spannt dieser Teil der Landesausstellung den Bogen vom Vorderen Orient bis ins heutige Nordrhein-Westfalen, das zu einer der besterforschten Regionen der Jungsteinzeit in Europa zählt. Ausgehend von der Neolithischen Revolution nimmt sie brennende Fragen und gesellschaftliche Herausforderungen unserer Zeit in den Blick – von Überbevölkerung und Überschussproduktion bis hin zum Klimawandel.

Nach dem Ausstellungsende in Bonn werden die Exponate in Detmold und Herne zu sehen sein.

Internet: www.revolution-jungsteinzeit.de

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