Porträt aus der Werkstatt Lucas Cranachs d. Ä.: Martin Luther, um 1539.

26.10.2016

Kloster Dalheim macht Luthers Lebenswelten anschaulich

2017 soll es ein nach klösterlicher Tradition gebrautes Bier geben

Autor: Silke Dames

499 Jahre ist es her, dass Martin Luther seine Thesen zur Reformation in Wittenberg vorgestellt hat. Eine Ausstellung im Kloster Dalheim bei Paderbon zeigt ab 31. Oktober 2016, was den Reformator bis heute zu einer Schicksalsfigur der Deutschen macht. Bis 12. November 2017 beleuchtet das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur in der Schau „Luther. 1917 bis heute“ die Rolle des Reformators in der jüngeren deutschen Geschichte.

Das Besondere an dieser Ausstellung: Die gesamte Anlage des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstifts wird einbezogen. So eröffnet Mitte Juni 2017 etwa „Luthers Garten“: An ausgewählten Stationen in den Dalheimer Klostergärten erinnern dann Texttafeln an den Privatmann Luther, der mit seiner Frau Käthe einen großen Haushalt führte und den Garten des ehemaligen Wittenberger Klosters mit Obstbäumen und Gemüsebeeten zu einem großen Nutzgarten umgestaltete. Auch das vierwöchige Kulturfestival „Dalheimer Sommer“ in Juli und August steht 2017 unter dem Motto „Reformation und Gegenreformation“ ganz im Zeichen Luthers. Zudem gibt es ebenfalls im nächsten Jahr ein nach klösterlicher Tradition gebrautes Bier zur Ausstellung.

Die Sonderausstellung selbst führt beginnend mit der 400-Jahrfeier der Reformation im Kriegsjahr 1917 über die Zeit des Nationalsozialismus und das geteilte Deutschland bis in die Gegenwart. Das Spektrum der rund 300 Exponate reicht von hochrangigen Gemälden wie Lucas Cranachs Porträt des „alten Luther“ oder Uwe Pfeifers Installation „Tischgespräch mit Luther“ über außergewöhnliche zeitgeschichtliche Dokumente bis hin zu Alltagsgegenständen aus den vergangenen 100 Jahren deutscher Geschichte. Hinzu kommen Schaustücke aus der Zeit Martin Luthers: Kinderspielzeug und ein Messgewand aus dem Besitz des Reformators sowie jene Truhe, in der der Dominikanermönch Johann Tetzel, dessen Ablasspredigten Luther zu seinen 95 Thesen veranlassten, seine Einnahmen aus dem Ablasshandel sammelte.

Das Rahmenprogramm umfasst Vorträge, Thementage und verschiedene Kurse. Beim Thementag „Dem Volk aufs Maul geschaut“ am 22. Januar 2017 etwa begibt sich eine Sonderführung unter dem Titel „Lästermäuler und Lückenbüßer“ auf die Spur von Luthers Redewendungen. Kurse wie eine Druckwerkstatt, ein Bierbraukurs oder ein Kurs zum Kochen mit regionalen Zutaten („Wie bei Luthern“) führen in Luthers Lebenswelt.

Internet: www.stiftung-kloster-dalheim.lwl.org

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