21.01.2015

Zu Fuß durch die Geschichte des Zweiten Weltkriegs: Zeitreise in die Eifel

Die internationale Wanderausstellung „Routes of Liberation“ ist erstmals in Deutschland zu sehen

Autor: Silke Dames

Vor 70 Jahren versuchten amerikanische Truppen südlich von Aachen zum Rhein durchzubrechen. Die verlustreichen Kämpfe sind als „die Schlacht im Hürtgenwald“ in die Geschichtsbücher eingegangen. Die jetzt erstmals in Deutschland gezeigte Wanderausstellung „Routes of Liberation“ befasst sich mit der Vorgeschichte und dem Verlauf des Zweiten Weltkriegs sowie mit seinen komplexen Nachwirkungen. Persönliche Geschichten bilden das Herzstück der Ausstellung: Verschiedene Biografien von Betroffenen machen das komplexe Vermächtnis von Krieg und Befreiung lebendig und zeichnen den alliierten Vormarsch von 1944/45 nach, auf dem der Hürtgenwald in der Nordeifel eine wichtige Station darstellte.

Bis zum 31. Januar 2015 ist die Schau in der Kirche St. Hubertus in Nideggen-Schmidt zu sehen, bevor sie nach Warschau, Danzig und Berlin weiterzieht. Der kostenlose Ausstellungsbesuch kann kombiniert werden mit einer Rundwanderung auf dem „Kreuzweg des Friedens“, der an der Kirche beginnt und endet.

Weitere sieben Routen zum Thema „Hürtgenwald 1938 – 1947“ geben Besuchern einen Überblick über die Kämpfe im Zweiten Weltkrieg und ihre Darstellung in der internationalen Literatur. Als „Historisch-Literarische Wanderwege“ verknüpfen sie historische Schauplätze mit Orten, die in der Literatur zu finden sind. So war der spätere Nobelpreisträger Ernest Hemingway als Kriegskorrespondent in der Eifel vor Ort, ebenso wie der spätere Pulitzerpreisträger Jerome D. Salinger, der dort die ersten Kapitel von „Der Fänger im Roggen“ schrieb.

Die erste deutsche Übersetzung dieses Nachkriegsklassikers wurde von Heinrich Böll verfasst, der bereits in den 60er Jahren dem Hürtgenwald, an dessen Rand er ein Haus gekauft hatte, mit dem Essay „You Enter Germany“ ein literarisches Denkmal setzte. Der dem deutschen Schriftsteller gewidmete rund fünf Kilometer lange Heinrich-Böll-Weg führt von einer Gaststätte, die Heinrich Böll oftmals besuchte, zu einer Kirche, die als Hauptquartier des 2. Ranger-Bataillons diente, weiter zu einem unzerstörten Bunker der zweiten Westwalllinie sowie zu verschiedenen Aussichtspunkten. Der Hemmingway-Trail, der Westwall-Weg und der Archäologische Wanderweg Hürtgenwald 1944-45 gehören zu weiteren Routen, die Wanderern zur Auswahl stehen.

Unter der Überschrift „Zeitreisen Eifel 44/45“ bieten Übernachtungsangebote, Führungen und Vorträge sowohl Einzelreisenden als auch Gruppen die Möglichkeit, vertiefend einen Blick in die Vergangenheit zuwerfen.

Internet: www.rureifel-tourismus.de | www.zeitreisen-eifel.de

 

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