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19.08.2020

Corona sorgt für dickes Minus im Beherbergungsgeschäft

Erfolgsgeschichte des nordrhein-westfälischen Tourismus abrupt ausgebremst – aber im Juni positiver Trend

Autor: Tonia Haag

Düsseldorf, 19. August 2020. Die Corona-Pandemie hat tiefe Spuren in der amtlichen Beherbergungsstatistik in Nordrhein-Westfalen hinterlassen: Gäste- und Übernachtungszahlen sind im ersten Halbjahr 2020 massiv eingebrochen. Besonders hart traf es viele Städte. Nach dem Lockdown geht es langsam wieder aufwärts.

Insgesamt verzeichneten die meldepflichtigen Beherbergungsbetriebe laut IT.NRW zwischen Januar und Juni 2020 5,4 Millionen Gäste. Das entspricht einem Minus von 53,5 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtungen sank zugleich um 46,7 Prozent auf 13,5 Millionen. Besonders stark waren die Rückgänge bei internationalen Gästen: Ihre Zahl sank um 60,5 Prozent auf knapp eine Million, die Zahl ihrer Übernachtungen um 57,1 Prozent.

Lockdown als Zäsur

Mit Bick auf die Statistik ist eine klare Dreiteilung zu sehen: So lagen die amtlichen Zahlen vor dem Lockdown in den ersten beiden Monaten des Jahres noch im Plus – bei den Gästeankünften gab es einen Zuwachs von 1,8 Prozent, die Zahl der Übernachtungen stieg um 3,2 Prozent. Mit dem Lockdown kam der Beherbergungsbetrieb hingegen praktisch zum Erliegen, seit im Mai stufenweise wieder touristische Übernachtungen zugelassen wurden, stiegen die Gäste- und Übernachtungszahlen langsam wieder an.

Trotzdem lag das Minus bei den Gästen im Juni noch bei 63,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Übernachtungen lag 55,3 Prozent unter dem Vorjahreswert – nach Minus 73,5 Prozent im Mai. Besonders betroffen waren weiterhin große und sonst beliebte Städte wie Köln, Bonn, Bielefeld oder die Städte des Ruhrgebiets sowie insbesondere Düsseldorf, das bei den Übernachtungen einen Einbruch von 78,7 Prozent hinnehmen musste. Gründe für die starken Rückgänge in den Städten sind unter anderem ausgefallene Publikumsevents wie die Extraschicht im Ruhrgebiet oder der CHIO in Aachen sowie ein eingeschränktes städtetouristisches Angebot etwa im Kulturbereich, aber auch die Absage von Messen, Kongressen oder Geschäftsreisen. Hinzu kam die starke Nachfrage nach Wander- und Radangeboten, die zwar teilweise auch von Städten bedient werden kann, sich im Wesentlichen jedoch auf ländlichere Regionen konzentriert.

Die am stärksten betroffenen Betriebsarten waren im gesamten Land sowohl auf das Halbjahr gesehen als auch im Juni Jugendherbergen sowie Erholungs-und Ferienheime. Ihnen fehlten aufgrund ihrer Orientierung auf Schulen und Gruppen die Übernachtungsgäste nahezu vollständig. Aber auch Hotels hatten mit starken Gästeeinbrüchen zu kämpfen, während Campingplätze mit einem Minus von 19,8 Prozent im Halbjahr noch den geringsten Rückgang zu verzeichnen hatten. In der Corona-Krise ebenfalls stark gefragte Ferienwohnungen und –häuser werden von der amtlichen Statistik kaum erfasst, da diese lediglich Unterkünfte mit mindestens zehn Betten beziehungsweise Campingplätze mit mindestens zehn Stellplätzen berücksichtigt.

Entwicklung in den Regionen

Die starken Einbrüche in den Städten machten sich auch im Ranking der Tourismusregionen bemerkbar. Während im vergangenen Jahr Köln mit dem Rhein-Erft-Kreis bei den Übernachtungszahlen an der Spitze der nordrhein-westfälischen Beherbergungsstatistik stand – gefolgt vom Ruhrgebiet und dem Teutoburger Wald –, sicherten sich im ersten Halbjahr 2020 mit dem Teutoburger Wald und dem Sauerland ländlichere Regionen die ersten Plätze: Der Teutoburger Wald verbuchte gut zwei Millionen Übernachtungen, das Sauerland folgte mit 1,95 Millionen Übernachtungen vor dem Ruhrgebiet, das auf knapp 1,9 Millionen Übernachtungen kam.

Weitere Informationen zur aktuellen Beherbergungsstatistik gibt es unter www.touristiker-nrw.de.

Eine Umfrage unter den nordrhein-westfälischen Städten und Regionen zu den Sommerferien 2020 findet sich ebenfalls auf dem Branchenportal des Tourismus NRW unter www.touristiker-nrw.de.

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Tonia Haag

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