Eine Hand zeigt auf ein Paragraphenzeichen

21.04.2021

DTV fordert Änderungen an geplantem Reisesicherungsfonds

Verband will kleine und mittlere Anbieter von Fonds-Pflicht ausnehmen

Autor: Tonia Haag

Der Deutsche Tourismusverband (DTV) fordert Nachbesserungen am geplanten Reisesicherungsfonds. Vor der Anhörung im Bundestagsrechtsausschuss erklärte DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz, die aktuellen Pläne würden klein- und mittelständischen Anbietern von Pauschalreisen innerhalb Deutschlands nicht gerecht. Diese hätten ein deutlich geringeres Risiko im Insolvenzfall und könnten sich auch weiterhin über eine Versicherung am Markt problemlos versichern. Im Gesetz müsse deshalb eine deutliche Erhöhung der Umsatzgrenze für die Mitgliedschaft im Fonds verankert werden.

Pauschalreiseanbieter im Deutschlandtourismus sind beispielsweise Busunternehmen, Freizeitparks mit eigenen Ferienparks oder auch Städte mit Pauschalreisepaketen. Gerade in der aktuellen Situation könne eine weitere Belastung der Akteure der Branche nicht hingenommen werden, erklärte Kunz.

Die Bundesregierung will durch den geplanten Reisesicherungsfonds künftig Pauschalreisende vor Insolvenzen ihrer Veranstalter schützen. Auslöser war die Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook Konzerns, die zahlreiche Reisende getroffen hatte. Um ähnliches zu verhindern, sollen sich nahezu alle Reiseveranstalter an einem Reisesicherungsfonds zur Insolvenzabsicherung beteiligen. Ihre Beiträge und Sicherungsleistungen würden sich dadurch vervielfachen. So sollen sie in der Aufbauphase mindestens ein Prozent ihres Jahresumsatzes in den Fonds stecken, damit bis 2026 das angestrebte Fondsvolumen in Höhe von 750 Millionen Euro zusammenkommt. Ausgenommen sind Unternehmen, die im Jahr weniger als drei Millionen Euro Umsatz durch Pauschalreisen erzielen.

Position des DTV: www.deutschertourismusverband.de

Gesetzesentwurf der Bundesregierung: dip21.bundestag.de

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