Mann mit Zeitung im Café 1648 in Münster

25.03.2021

Corona sorgt für massive Ausfälle im Geschäftsreisesegment

Vor allem Übernachtungsreisen brechen ein

Autor: Tonia Haag

Ausgefallene Messen, abgesagte Geschäftstreffen: Die Corona-Pandemie hat nicht nur den Urlaubstourismus, sondern in besonderem Maße auch den Businesstourismus in Nordrhein-Westfalen massiv getroffen. Zwar waren geschäftlich bedingte Übernachtungen anders als touristische Übernachtungen auch während der beiden Lockdowns grundsätzlich erlaubt, genutzt wurde die Möglichkeit jedoch zurückhaltend, wie neue Studien zeigen.

Laut GfK DestinationMonitor brach die Zahl der mehrtägigen Geschäftsreisen, die für die Tourismuswirtschaft die größeren Umsatzbringer sind, im Tourismusjahr 2019/2020 um 47 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum ein. Die eintägigen Geschäftsreisen gingen gleichzeitig um 29 Prozent zurück. Das Tourismusjahr wird dabei als Zeitraum zwischen Anfang November und Ende Oktober des darauffolgenden Jahres definiert. In etwa einem Drittel des untersuchten Zeitraums waren Geschäftsreisen also noch ohne jegliche Einschränkungen möglich, sodass der Einfluss der Corona-Pandemie noch weitaus größer gewesen sein dürfte, als es die vorliegenden Zahlen erkennen lassen.

Trotzdem sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: Absolut betrachtet ging die Zahl der Geschäftsreisen nach Nordrhein-Westfalen im Tourismusjahr 2019/20 um 5,9 Millionen zurück. Am deutlichsten brachen dabei die Reisen weg, die ansonsten anlässlich von Events oder Incentive-Reisen unternommen worden wären; 65 Prozent betrug hier der Rückgang. Die Zahl der Geschäftsreisen im Zusammenhang mit Messen und Ausstellungen sank um 54 Prozent, bei Kongressen, Tagungen und Konferenzen betrug das Minus der Geschäftsreisen 51 Prozent.

Millionen Messegäste bleiben aus

Auch andere Zahlen belegen deutlich die Auswirkungen der Pandemie. So haben nach einer Aufstellung von Tourismus NRW 2020 in Nordrhein-Westfalen lediglich Messen stattgefunden, die auf Januar und Februar oder September und Oktober terminiert waren, alle anderen sind ausgefallen. Laut Verband der Deutschen Messewirtschaft, der die großen Messestandorte berücksichtigt, fanden damit gerade einmal 14 Messen analog statt, teilweise aber auch sie mit enormen Besucherrückgängen, wie der Caravan-Salon, der statt 270.000 Menschen wie im Vorjahr nur 107.000 Besucher verzeichnete. Insgesamt brachten es die 14 Messen auf 403.000 Besucher. Für 2020 abgesagt wurden 44 Messen mit rund 2,5 Millionen Besuchern. Sie fehlen als Geschäftsreisende ebenso wie Aussteller, Messebauer und viele weitere Dienstleister.

Die großen Messen werden künftig wohl wieder stattfinden. Bei anderen Geschäftsreisen ist dies jedoch nicht so sicher. Laut Reiseanalyse Business gaben im Juni 2020 rund 48 Prozent der Befragten an, dass ihnen klar geworden sei, dass auch mal auf eine Geschäftsreise verzichtet werden könne und dass sich diese dann gut durch digitale Lösungen ersetzen ließen (41 Prozent). Ein Drittel der Befragten erklärte, dass Geschäftsreisen unverzichtbar für ihren beruflichen Erfolg seien.

Geschäftsreisesegment mit großer Bedeutung

Das Geschäftsreisesegment hat für Nordrhein-Westfalen eine hohe Bedeutung. Laut Wirtschaftsfaktor-Analyse, die DIW Econ für Tourismus NRW erstellt hat, sorgte das geschäftlich motivierte MICE-Segment, zu dem unter anderem Messe und Kongresse, jedoch keine klassischen Geschäftstreffen gehören, 2017 für 2,3 Milliarden Euro Umsatz in Nordrhein-Westfalen und war damit für 4,9 Prozent des touristischen Gesamtkonsums verantwortlich. Schaut man sich nur den reinen Übernachtungstourismus an, hatten die genannten Geschäftsreisenden laut DestinationMonitor einen Anteil Prozent. Direkt und indirekt hingen rund 37.000 Arbeitsplätze in NRW vom geschäftlich motivierten MICE-Segment ab.

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