Historisches Foto von Kinderbanden, die in der Nachkriegszeit loszogen, um Kaffee über die Grenze zu schmuggeln. Zollmuseum Friedrichs, Aachen.

02.12.2015

Auf Schmugglerspuren in und um Aachen

Am begehrtesten war Kaffee, der vor allem aus Belgien eingeschmuggelt wurde

Autor: Silke Dames

Der Aachener Grenzraum ist spätestens seit dem 19. Jahrhundert ein Dorado der kleinen und großen Schmuggler – mit unterschiedlichen Konjunkturen und Motiven. Die Ausstellung „Mokka Türc & Marihuana – Schmuggel an der Aachener Grenze“ im „Centre Charlemagne – Neues Stadtmuseum Aachen“ erinnert vom 5. Dezember 2015 bis 20. März 2016 an besondere Schmuggelereignisse und alltägliche Grenzerfahrungen im Gebiet zwischen Selfkant, Südlimburg, Ostbelgien und Eifel. Schwerpunkte sind der Kaffeeschmuggel nach dem Zweiten Weltkrieg und der illegale Drogentransport seit Mitte der 1960er Jahre.

Ziel der Schau ist es, insbesondere jüngeren Menschen, die nur das vereinte Europa mit großzügiger Reisefreiheiten kennen, den Alltag von Menschen näher bringen, die mit stationären Grenzkontrollen leben mussten. Gezeigt werden etwa 150 Exponate, von Transportbehältern über Passierscheine bis zu Zeitungsberichten. Auch die Seite der Zöllner wird dokumentiert – samt Raudi, einem äußerst erfolgreichen Zollhund. Zeitzeugen berichten in Video-Interviews von Ereignissen aus den 1940er bis 1960er Jahren.

Wer sich jenseits des Museums auf Schmugglerpfade begeben möchte, kann auch das Hohe Venn bei Monschau erkunden: In dem deutsch-belgischen Naturpark findet sich am Rand des Ortsteils Mützenich sogar ein Denkmal, das an Schmuggler erinnert.

Internet: www.centre-charlemagne.eu | www.dein-nrw.de

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