Wirtschaftsfaktor Tourismus in NRW

Wirtschaftsfaktor Tourismus in NRW

Der Tourismus als Wirtschaftsfaktor wird in Nordrhein-Westfalen oftmals unterschätzt. Grund dafür ist die stark industrielle Prägung des Landes. Hinzu kommt, dass der Tourismus als Querschnittdisziplin, die viele verschiedene Wirtschaftsbereiche einschließt, schwer abgrenzbar und mit Zahlen zu belegen ist.

Umsatz, Einkommen und Beschäftigungsäquivalent

Im Gegensatz zu den produktionsorientierten Wirtschaftszweigen wie Landwirtschaft oder Sachgütererzeugung werden Umfang und Struktur der Tourismuswirtschaft direkt durch den Konsum der Touristen bestimmt und daher nicht eigens als Sektor in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) erfasst.

Laut DWIF (Deutsches Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr e.V.) wurde im Jahr 2010 durch den Tourismus in Nordrhein-Westfalen ein Bruttoumsatz von 31,3 Mrd. Euro generiert, die Einkommen in Nordrhein-Westfalen aus dem Tourismus belaufen sich auf 13,8 Mrd. Euro. Aus der Division des touristischen Einkommensbeitrages (13,8 Mrd. €) durch das durchschnittliche Volkseinkommen im Untersuchungsgebiet pro Kopf und Jahr (21.885,-€) ergibt sich ein Einkommensäquivalent von rund 630.000 Personen, die rein rechnerisch ihren Lebensunterhalt durch den Tourismus bestreiten können. Der relative Anteil des Tourismus an der Einkommensentstehung liegt in Nordrhein-Westfalen bei 3,5 Prozent.


Neben den quantitativen Effekten werden wesentliche positive, nicht quantifizierbare Effekte hervorgerufen. Dazu gehören die Steigerung der Bekanntheit im Standortwettbewerb durch gesteigerte Medienpräsenz (national/international), ein positives Image durch attraktive Angebote, Impulse für Industrien, die sich mit Angeboten im Outdoor-Bereich im Wettbewerb betätigen sowie letztendlich soziale und politische Effekte durch Steigerung von Selbstbewusstsein und Stolz der Bevölkerung.